Vor 2017 keine Ortsumgehung - Bad Karlshafen muss weiter warten

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Hier wird in diesem Jahr nichts passieren: Die neue Straße soll durch das Gelände zwischen Deisel (im Hintergrund) und Bad Karlshafen führen.

Bad Karlshafen/Calden. Der Bau einer Ortsumgehung der B83 bei Bad Karlshafen hat eine wichtige Hürde genommen.

Doch wann dort gebaut wird, entscheidet sich frühestens im nächsten Jahr.

Hohe Priorität 

Der Bund stuft den Bau der Straße als „vordringlichen Bedarf“ ein. Das steht im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030, den Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) vorstellte. Es sei die „höchste Priorisierung“, abgesehen von laufenden Projekten, sagt Horst Sinemus von der hessischen Straßenbaubehörde Hessen Mobil.

Das Land hatte die Ortsumgehung zwar als „vordringlichen Bedarf“ (VB) angemeldet, doch bisher war unklar, ob der Bund dem folgt. Als vordringlich gelten Projekte, die in den nächsten Jahren realisiert werden sollen. Wichtiger sind nur Projekte, die Engpässe im Verkehrsnetz beseitigen sollen (VB-E). Wäre die Ortsumgehung als „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ (WB*) oder noch schlechter eingestuft worden, hätte der Bau bis nach 2030 dauern können.

Geld muss da sein 

Der Bundesverkehrswegeplan ist nicht bindend, dient aber als Planungsgrundlage. Auch wie die 17,7 Millionen Euro für das Projekt finanziert werden, regelt der Plan nicht. Wichtiger als die Einstuftung sei daher, dass das Geld bereitstehe, erklärt Sinemus.

Finanzplan erst 2017 

Das hänge vom Finanzplan für die nächsten fünf Jahre ab. Der liegt aber noch nicht vor. Erst wird der Bundesverkehrswegeplan beschlossen, dann Ende des Jahres die Ausbaugesetze und schließlich der wichtige Investitionsrahmenplan. Für die Ortsumgehung Bad Karlshafen fehlt zudem im hessischen Teil noch Baurecht, das Verfahren läuft aber bereits.

Calden fest vorgesehen 

Keine bösen Überraschung gibt es in Calden: Der Bau der Ortsumgehung ist laut Plan fest zugesagt. Der Beginn ist für April vorgesehen. Der Bund beziffert die Kosten auf 28,4 Millionen Euro.

Erste Reaktionen 

Höchste Priorität im Entwurf genießen die Fertigstellung der Autobahn 44 zwischen Kassel und Eisenach sowie der Weiterbau der A49. Daher fallen die Fazits nordhessischer Bundestagspolitiker positiv aus. Thomas Viesehon (CDU), zu dessen Wahlkreis der Kreisteil gehört, sagt: „Insgesamt sind wir in Nordhessen gut bedacht worden.“ Wichtige Projekte seien hoch eingestuft worden, erklärt auch die Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalck (SPD). Bürgermeister Ullrich Otto war am Donnerstag nicht zu erreichen.

Am Montag, 21. März, beginnt die Beteiligung der Öffentlichkeit zum Bundesverkehrswegeplan. Bürger können Einwendungen vorbringen. Der Plan liegt bei Hessen Mobil in Kassel, Untere Königsstraße 95, aus. Infos und Formulare dazu auch www.bmvi.de

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