Großer Bedarf an Kindergartenplätzen 

25 neue Kita-Plätze an der Arche Noah in Bad Karlshafen

Die Zehntscheune in Helmarshausen könnte Standort einer Kita werden: Über Nutzungsvarianten informierte kürzlich die Bad Karlshafen GmbH. Foto:  privat

Bad Karlshafen. Die Stadt Bad Karlshafen will 25 neue Kindergartenplätze bauen. Das beschlossen die Stadtverordneten am Dienstagabend.

Zuvor hatten sie den von den Aufsichtsbehörden schon seit Jahren geforderten Kindergartenbedarfsplan durchgewunken. Aus dem Plan geht hervor, dass der Bedarf an zusätzlichen Plätzen erheblich ist. Allein in dem am 1. August beginnenden Kindergartenjahr fehlen derzeit 22 Plätze.

Diesen Bedarf will die Stadt nun so schnell wie möglich decken. Deshalb beschloss das Parlament, die evangelische Kindertagesstätte Arche Noah in Karlshafen mit einem Anbau zu erweitern. 25 Plätze sollen hier neu entstehen. Da aber auch diese Zahl in den nächsten Jahren voraussichtlich nicht ausreichen wird, sollen auch die Planungen für neue Plätze im Stadtteil Helmarshausen weiterverfolgt werden. Hier kommt die Zehntscheune auf dem Klostergelände in Betracht.

In neun Monaten fertig

Bürgermeister Ullrich Otto hatte vor der Abstimmung für den Erweiterungsbau an der Arche Noah geworben. In neun Monaten könnte hier die Planung realisiert werden und 25 Plätze könnten bereit stehen. Zudem seien die Fördermittel für das auf 315 000 Euro veranschlagte Projekt bereits beantragt und vom Regierungspräsidium Kassel in Aussicht gestellt worden.

Auch CDU-Fraktionsvorsitzende Maria Luise Niemetz trat dafür ein, „den Anbau an die Arche Noah forciert zu betreiben, aber dabei die Variante Zehntscheune nicht aus den Augen zu verlieren“.

Für die FWG-Fraktion wies Stadtverordnetenvorsteher Marcus Dittrich auf den „dringenden Handlungsbedarf“ hin und zeigte auf, dass im Zeitraum von August bis Dezember insgesamt 17 Kinder nicht aufgenommen werden könnten, weil kein Platz vorhanden sei. Die Kinderbetreuung aber sollte der Stadt mindestens so viel wert sein wie die Feuerwehr, sagte Dittrich und stellt die Kosten für ein Löschfahrzeug von 280 000 Euro den Kosten für den Kita-Anbau gegenüber.

SPD: Bürger informieren

Karl-Erwin Franz, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, hatte beantragt, die Entscheidung über den Anbau in Karlshafen bis zur nächsten Stadtverordnetensitzung am 27. Juni zurückzustellen, um bis dahin belastbare Zahlen zu den Planungen in der Zehntscheune in Helmarshausen zu bekommen. In diesem Zusammenhang kritisierte Franz, dass eine Bürgerversammlung eigentlich vor den Kita-Beschlüssen erfolgen sollte, um die Öffentlichkeit im Vorhinein „zu informieren und mitzunehmen“ und nicht erst hinterher, wenn die Entscheidungen gefallen seien. Das jedenfalls sei Sinn und Inhalt eines Stadtverordnetenbeschlusses aus dem Frühjahr gewesen, in dem das Parlament unter anderem mehr Transparenz gefordert hatte.

Nach einer Sitzungsunterbrechung, in der die Fraktionen den SPD-Antrag diskutierten, beschlossen FWG und CDU mit ihrer Mehrheit, diesen zurückzuweisen und keine Zeit mehr zu verlieren. Den Beschlussvorschlag der Verwaltung, aufgrund des Zeitdrucks mit der Umsetzung der Planungen zum Erweiterungsbau in Karlshafen „unverzüglich zu beginnen“, trugen dann wieder alle mit.

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