Auf Hochwassergefahr aufmerksam machen

Aktion einer Bürgerinitiative: Gelbe Fässer warnen vor Atommüll in Würgassen

Gelbe Fässer als Symbol für die Hochwassergefährdung des geplanten Atommüllzentrums in Würgassen setzten Mitglieder und Unterstützer der BI Lebenswertes Bördeland und Diemeltal am Mittwochnachmittag in die Weser.
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Gelbe Fässer als Symbol für die Hochwassergefährdung des geplanten Atommüllzentrums in Würgassen setzten Mitglieder und Unterstützer der BI Lebenswertes Bördeland und Diemeltal am Mittwochnachmittag in die Weser.

Hochwasser an der Weser: Vom Atommüll-Logistikzentrum Würgassen aus treiben Fässer mit strahlendem Inhalt stromabwärts in Richtung Beverungen.

Beverungen - In dieser Form vermutlich ein unwahrscheinliches Szenario. Dass aber ein Katastrophenhochwasser, wie es im vergangenen Jahr etwa im Ahrtal auftrat, die Sicherheit des geplantes Standortes auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerkes gefährden könnte, kann wohl niemand zu einhundert Prozent ausschließen.

Die Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal hat nun mit einer Aktion an der Weser zwischen Würgassen und Beverungen auf die Hochwassergefahren des Standortes aufmerksam gemacht. Dazu ließen Mitglieder, Unterstützer und Vorstände für die Kameras zahlreicher Pressevertreter symbolisch 40 große gelbe Eimer mit dem Strahlungssymbol und dem in der Region als Symbol des Widerstandes bekannten W zu Wasser. An Angelschnüren aufgefädelt, trieben die Fässer gut sichtbar in Ufernähe. Kleine Batterieleuchten sorgten später in der Dunkelheit noch für besondere Effekte.

Eingeladen hatten die Initiatoren den Hofgeismarer Geologen Claus Schubert, der die Hochwassergefahr noch mal erläuterte: Bohrungen in der Umgebung hätten Hochflutlehm nachgewiesen, der belege, dass die Umgebung früher bereits überspült wurde. Der zweite Standortfaktor, der aus seiner Sicht (wie mehrfach berichtet) gegen Würgassen spricht, sind die Salzlager im tieferen Untergrund, die ausgespült und zu Verwerfungen führen könnten. Beispiele sind Erdfälle wie die Wolkenbrüche bei Trendelburg.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerinitiative um Edith Götz, Heinrich Wenisch und Josef Jacobi kritisierten, dass diese Faktoren in der Auswahl des Standortes nicht ausreichend berücksichtigt seien. „Wir fordern ein partizipatorisches Verfahren, das eines Rechtsstaates würdig ist.“ Die Aktion sollte auch zeigen, dass das gesamte Weserbergland betroffen sei und eine Botschaft an alle sein, die weserabwärts die Tragweite des geplanten Lagers unterschätzen. „Wir möchten demonstrieren, was für unsere Region, die vor allem von der Schönheit der Natur lebt, im Ernstfall auf dem Spiel steht“, sagte Heinrich Wenisch. (Markus Löschner)

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