Gerichtsurteil nach Angriff im November 2016 

Angreifer muss 2000 Euro Schmerzensgeld an Kreis-AfD-Sprecher Kohlweg zahlen

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Florian Kohlweg, Sprecher der Kreis-AfD, wurde im November 2016 tätlich angegriffen. Jetzt erhält er Schmerzensgeld. 

Bad Karlshafen/Kassel. Es war im November 2016, als Florian Kohlweg, Sprecher der Kreis-AfD, plötzlich zwei Kopfnüsse abbekam, gegen Stirn und Schläfe – völlig unvermittelt. Kohlweg hatte eine öffentliche Vorabiturfeier in Bad Karlshafen besucht.

Der Angreifer war ein ehemaliger Klassenkamerad, ein junger Mann aus Paderborn, heute 20 Jahre alt. Er gehört, so sagt zumindest Kohlweg, der linken Szene an.

Jetzt muss der Paderborner 2000 Euro Schmerzensgeld an Kohlweg zahlen, zudem 500 Euro an eine karitative Einrichtung. Tatsächlich war Kohlweg bei dem Angriff verletzt worden, er trug eine Platzwunde davon und wurde mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus nach Höxter gebracht. Dort verbrachte er stationär zwei Tage, danach war Kohlweg noch für eine Woche krankgeschrieben.

Kohlweg selbst hatte damals die Polizei gerufen und Anzeige erstattet. Die Ermittlungen dauerten nicht lange, die Sache war klar. Doch kam es weder zu einer strafrechtlichen noch zu einer zivilrechtlichen Verhandlung.

„Der junge Mann hatte sich schon im Vorfeld einsichtig und reumütig gezeigt“, sagt Kohlwegs Anwalt Manfred Mattis, der selbst für den AfD-Kreisverband Kassel-Stadt spricht. Hinzu kam, dass der damals 19-jährige Angreifer bei seiner Attacke schon stark unter Alkoholeinfluss stand – er hatte 3,3 Promille im Blut. 

„Alles zusammen hat beim Amtsgericht Paderborn und gegen Zahlung von 500 Euro an eine soziale Einrichtung zur Einstellung des Strafrechtsverfahrens geführt“, sagt Mattis.

Inakzeptabler Übergriff

Auf zivilrechtlicher Ebene sei vom Amtsgericht Kassel (Zweigstelle Hofgeismar) letztlich ein Versäumnisurteil gesprochen worden, weil sich der Paderborner um nichts gekümmert habe. Das Ergebnis: 2000 Euro Schmerzensgeld. „Wir gehen davon aus, dass der junge Mann das Urteil annehmen wird“, sagt Mattis. „Zumindest haben wir von seinem Anwalt noch nichts Gegenteiliges gehört“.

Grundsätzlich bewertet Mattis den Übergriff auf seinen Parteifreund Kohlweg für völlig indiskutabel und absolut unmöglich. Mattis weiß, wovon er spricht, er selbst hatte im Januar dieses Jahres einen Angriff mit Steinen und Farbbeuteln auf seine Kanzlei an der Wilhelmshöher Allee in Kassel hinnehmen müssen. Einen Zusammenhang mit dem Übergriff auf Kohlweg zwei Monate zuvor sieht Mattis indes nicht. „Das waren wohl ähnlich gelagerte Chaoten“, sagt Mattis. „Allemal eine sehr ärgerliche Sache“.

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