Atommüll muss vorher noch verpackt und abtransportiert werden

Atomkraftwerk Würgassen wird bis 2029 abgerissen

Das stillgelegte Atomkraftwerk Würgassen mit seinem über 60 Meter hohen Reaktorgebäude soll bis 2029 abgerissen werden. Zuvor sollen 3000 Gebinde mit mittel- und schwachradioaktivem Müll abtransportiert werden.
+
Das stillgelegte Atomkraftwerk Würgassen mit seinem über 60 Meter hohen Reaktorgebäude soll bis 2029 abgerissen werden. Zuvor sollen 3000 Gebinde mit mittel- und schwachradioaktivem Müll abtransportiert werden.

Die Preußen Elektra wartet als Eigentümerin des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen mit einer Überraschung auf: Die Gebäude des Akw sollen bis zum Jahr 2029 abgerissen werden.

Würgassen - Bevor mit den Rückbauarbeiten begonnen werde, sollen die dort noch lagernden mittel- und schwachradioaktiven Abfälle in endlagertaugliche Behälter verpackt werden. Die Preußen Elektra ist ein Tochterunternehmen des Eon-Konzerns.

Auf dem Gelände des 1994 vom Netz gegangenen Atommeilers lagern bis heute noch rund 4000 Tonnen radioaktive Abfälle. Die hochradioaktiven abgebrannten Brennelemente waren ab 1997, als das Kraftwerk endgültig stillgelegt worden war, ins französische La Hague abtransportiert worden. Ende September habe die PreußenElektra mit der Auslagerung der noch innerhalb des Kraftwerks lagernden radioaktiven Abfälle begonnen. Die Genehmigung dafür hat das nordrhein-westfälische Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie erteilt.

Gebäude dient derzeit als Zwischenlager für Abfallfässer

Das erste 200-Liter-Fass mit Atommüll sei aus seiner Lagerposition entnommen und in einen sogenannten Konrad-Container verpackt worden, erklärt die PreußenElektra. Die ehemalige Eisenerzgrube Schacht Konrad bei Salzgitter ist als Endlager für den mittel- und schwachradioaktiven Müll aus Deutschland vorgesehen. Insgesamt sollen rund 3000 Abfallgebinde in drei Entsorgungskampagnen aus dem Zwischenlager ausgelagert und in die Endlagerbehälter verpackt werden.

Zurzeit dient das Gebäude des ehemaligen unabhängigen Nachkühlsystems (UNS) für den Reaktor als Zwischenlager für die Abfallfässer. Anschließend sollen die Container im Werkstattgebäude für den Abtransport bereitgestellt werden. Die Auslagerung aller Gebinde dauere rund sechs Jahre, teilt PreußenElektra-Sprecherin Almut Zywek mit.

Letzte Phase des Rückbaus

„Jetzt kommen wir beim Rückbau des Kernkraftwerks Würgassen in die letzte Phase“, erklärt Dr. Guido Knott, der für den Rückbau zuständige Geschäftsführer der PreußenElektra. „Wenn das Lager geräumt ist, können wir mit dem Abbruch des Gebäudes beginnen. Den vollständigen Rückbau der Anlage wollen wir bis 2029 umsetzen.“

Die radioaktiven Abfälle sollen maximal ein Jahr in dem Werkstattgebäude, das zur Transportbereitstellung umgebaut wurde, verbleiben. Anschließend würden sie an einen externen Zwischenlagerstandort verbracht. Wo sich dieses Zwischenlager befinden soll, dazu machte die PreußenElektra keine weiteren Angaben.

In der direkten Nachbarschaft des ehemaligen Akw will die bundeseigene BGZ ein riesiges Logistikzentrum. Dort sollen ab 2027 die Atommüllgebinde für die Just-in-time-Anlieferung für das Endlager Konrad zusammengestellt werden. Das Vorhaben ist in der Region des Dreiländerecks hochumstritten. (Gerd Henke)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.