BGZ eröffnet Infobüro zum Zwischenlager Würgassen

Atommüll-Antworten jetzt in Beverungen

Am Mittwoch bei der Eröffnung dabei: Christian Möbius (Mitte), der Generalbevollmächtigte für das geplante Logistikzentrum Konrad in Würgassen, und Dr. Lutz Lindhorst, der Abteilungsleiter Genehmigungsverfahren der BGZ, mit einer Mitarbeiterin an einem Modell der Anlage im neuen Informationsbüro in Beverungen.
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Am Mittwoch bei der Eröffnung dabei: Christian Möbius (Mitte), der Generalbevollmächtigte für das geplante Logistikzentrum Konrad in Würgassen, und Dr. Lutz Lindhorst, der Abteilungsleiter Genehmigungsverfahren der BGZ, mit einer Mitarbeiterin an einem Modell der Anlage im neuen Informationsbüro in Beverungen.

Seit Mittwoch gibt es in Beverungen ein Informationsbüro für das geplante Logistikzentrum für das Endlager Konrad. Es gab auch gleich eine Demo dagegen.

Beverungen/Würgassen – Beverungen/Würgassen - In bester Lage an der Haupteinkaufsstraße, im Haus Lange Straße 23 (B 83), hat die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) Räume eröffnet, die die Anwohner der Region informieren und zugleich Platz zum Dialog bieten sollen, wie der Generalbevollmächtigte für das Logistikzentrum (LoK), Christian Möbius, zur Eröffnung sagte.

Man komme damit dem Versprechen für ein intensives Infoangebot vor Ort nach, das die BGZ im März 2020 gegeben habe, als die Gesellschaft ihre Standortentscheidung für das Gelände des früheren Atomkraftwerkes Würgassen bekannt gab. „Hier kann man einfach vorbeikommen und sich ohne Hemmschwelle Fragen beantworten lassen“, sagte Möbius. Das gelte vor allem für Menschen, die kein Internet hätten.

Erster BGZ-Arbeitsplatz

Das Büro ist dienstags bis donnerstags von 10 bis 17 Uhr sowie freitags von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Es sind jeweils ein bis zwei qualifizierte BGZ-Mitarbeiter aus den Fachabteilungen vor Ort, die kompetente Antworten geben oder zeitnah besorgen können. Ab 1. Oktober wird auch eine Mitarbeiterin aus Beverungen dabei sein. Das sei dann laut Möbius der erste Arbeitsplatz, den die BGZ in der Region schaffe. Im Logistikzentrum selbst sollen dann noch über 100 weitere folgen, wenn es arbeitet.

Die Sanierung in dem früheren Modegeschäft verzögerte sich wegen der Coronabedingungen und weil schwer Handwerker zu bekommen waren. Immerhin seien, wie Dr. Lutz Lindhorst als Abteilungsleiter für die Steuerung der Genehmigungsverfahren betont, alle Aufträge an Firmen aus der Region gegangen.

Kritische Fragen beantworten

Auf die Besucher warten Infotafeln, Broschüren, Sitzgruppen, bald ein Monitor für Filme und ein Kaffeeautomat. Zudem gibt es Arbeitsplätze für BGZ-Mitarbeiter sowie einen Besprechungsraum, in dem Gespräche mit Politikern der Region oder auch mit den Bürgerinitiativen stattfinden können, sofern es dazu komme. Denn die BI Dreiländereck habe bisher eine Einladung abgelehnt, die BI Bördeland und Diemeltal habe nicht geantwortet, bedauert Christian Möbius: „Andere Meinungen gehörten zum demokratischen Diskurs. Es gehört für uns als Bundesgesellschaft dazu, dass wir uns auch kritischen Fragen stellen und diese qualifiziert beantworten.“ Wie berichtet, gibt es seit Bekanntwerden des Vorhabens heftige Proteste dagegen.

Das Büro in Beverungen soll mindestens zwei bis drei Jahre bestehen, bis das Genehmigungsverfahren für das Logistikzentrum zwischen 2022 und 2024 abgeschlossen sein werde, wie Lindhorst hofft. Danach würden die Besucher direkt vom Info-Zentrum am früheren Kernkraftwerk „auf die Baustelle blicken“ können. Das müsse aber erst noch komplett renoviert werden.

Dass weiter Informationsbedarf besteht, bezweifelt Möbius nicht. Anfragen zum Projekt gebe es über die BGZ-Homepage ständig. 250 Fragen habe man dort bereits beantwortet. In Gesprächen im neuen Büro soll das nun noch schneller möglich sein.

Protest gegen Projekt

Wenige Stunden nach Eröffnung des neuen Informationsbüros für das geplante Atommüll-Logistikzentrum in Würgassen haben etwa 150 Personen mit der Bürgerinitiative Atomfreies Dreiländereck erneut gegen das Projekt demonstriert.

Weil die Kundgebung direkt vor dem Büro nicht genehmigt wurde, fand sie gegen 17 Uhr am Rathausplatz statt. BI-Sprecher Dirk Wilhelm sprach von einem „Desinformationsbüro“ der BGZ. Danach marschierten die Demonstranten unter dem Motto „Wir sind mehr“ zur B 83 und dann am Gebäude vorbei.

Ein ähnliches Informations-Büro betrieb der Konzern K+S in Hofgeismar und schloss es nach Aufgabe seiner Salzpipeline-Pläne. (Thomas Thiele)

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