Geplantes Atommülllager Würgassen: Messungen haben begonnen

Die Erkungsarbeiten für ein mögliches Atommüllager im ehemaligen Atomkraftwerk Würgassen schreiten voran. Jetzt haben die Vermessungsarbeiten begonnen.
- Bei Würgassen (NRW) soll ein zentrales Lager für Atommüll gebaut werden
- Vermessungen des Geländes haben begonnen
- Die Bürger der Region leisten gegen Plan Widerstand
Die Erkundungsarbeiten für ein Zwischenlager für mittel- und schwachradioaktive Abfälle auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen gehen weiter.
Nachdem vor einigen Wochen mit Probebohrungen der Untergrund des Geländes im Weserbogen erkundet wurde, begannen Anfang nun Vermessungsarbeiten. Das Ingenieurbüro Drecoll aus Hannover soll die Grundstücke für die geplanten Gebäude vermessen.
Lager für Atom-Müll bei Würgassen (NRW): Kritik an den Plänen
Die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) beabsichtigt in Würgassen, ein Logistikzentrum für atomare Abfälle mit einer 325 mal 125 Meter großen Halle in Würgassen zu bauen.
Hier soll der Atommüll aus dezentralen Zwischenlagern aus ganz Deutschland gesammelt werden, um ihn dann in unterschiedlichen Chargen für das Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter zusammenzustellen.
Im Dreiländereck gibt es breite Kritik an den Plänen, die im März öffentlich gemacht wurden. Die An- und Abtransporte aus Würgassen sollen vornehmlich über die Schiene laufen, ein Teil werde aber auch über die Straße abgewickelt, so die BGZ.
Lager für Atom-Müll bei Würgassen (NRW): Vermessungen für geplantes Logistikzentrum
Derzeitige Schätzungen der BGZ beziffern den Bau des Logistikzentrums in Würgassen mit 450 Millionen Euro. Das Gebäude soll eine Lagerkapazität von 60.000 Kubikmetern Atommüll haben. Das ist etwa ein Fünftel der Menge, die ab 2027 in Schacht Konrad eingelagert werden soll.
„Ziel der jetzigen Arbeiten ist die genaue Vermessung der Grundstücke hinsichtlich der Planungen der künftigen Gebäude des Logistikzentrums“, sagt BGZ-Pressesprecher Hendrik Kranert-Rydzy. Die Grundstücksgrenzen des rund 25 Hektar großen Geländes selber seien bereits Anfang Mai vermessen worden.
Bei den rund zweiwöchigen Vermessungsarbeiten würden zugleich die exakten Höhenlinien des Geländes bestimmt. Diese werden für Berechnungen zum Hochwasserschutz des Logistikzentrums benötigt. Das Ergebnis der Untersuchung soll im Juli dieses Jahres vorliegen.
Lager für Atom-Müll bei Würgassen (NRW): Anschlussgleis soll auch vermessen werden
Das Hannoveraner Vermessungsteam soll auch das bereits bestehende Anschlussgleis auf das Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks in Würgassen neu vermessen. Das Gleis zweigt zwischen Lauenförde und Würgassen von der Bahnstrecke Ottbergen-Northeim/Göttingen ab.
Der Bahndamm ist allerdings nach über 20 Jahren der Nichtbenutzung in weiten Abschnitten überwuchert. Der Gleisanschluss war eines der Kriterien für den Standort Würgassen. Insgesamt wurden 28 potenzielle Flächen für die Lagerung des Atommülls untersucht, neun waren in der engeren Auswahl.
Das Genehmigungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung werde im zweiten Halbjahr 2021 oder Anfang 2022 beginnen, sagt BGZ-Sprecher Kranert-Rydzy.
Lager für Atom-Müll bei Würgassen (NRW): Das passierte bisher
Die Vorbereitungen für das geplante Zwischenlager für Atommüll im westfälischen Würgassen gehen auch in der Corona-Krise weiter.
Zu einer Mahnwache versammelten sich rund 60 Leute in Würgassen. Sie protestierten gegen Arbeiten für die geplante Errichtung eines Zwischenlagers für Atommüll.