Gelände ist 25 Hektar groß

Geplantes Atommülllager Würgassen: Messungen haben begonnen

+
Sie sollen das Gelände für das geplante Atommülllager in Würgassen topografisch vermessen: Lars Krömer (links) und Matthias Burkowski von der Firma Drecoll aus Hannover auf dem Parkplatz vor dem ehemaligen Atomkraftwerk.

Die Erkungsarbeiten für ein mögliches Atommüllager im ehemaligen Atomkraftwerk  Würgassen schreiten voran. Jetzt haben die Vermessungsarbeiten begonnen. 

  • Bei Würgassen (NRW) soll ein zentrales Lager für Atommüll gebaut werden
  • Vermessungen des Geländes haben begonnen
  • Die Bürger der Region leisten gegen Plan Widerstand

Die Erkundungsarbeiten für ein Zwischenlager für mittel- und schwachradioaktive Abfälle auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen gehen weiter.

Nachdem vor einigen Wochen mit Probebohrungen der Untergrund des Geländes im Weserbogen erkundet wurde, begannen Anfang nun Vermessungsarbeiten. Das Ingenieurbüro Drecoll aus Hannover soll die Grundstücke für die geplanten Gebäude vermessen.

Lager für Atom-Müll bei Würgassen (NRW): Kritik an den Plänen

Die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) beabsichtigt in Würgassen, ein Logistikzentrum für atomare Abfälle mit einer 325 mal 125 Meter großen Halle in Würgassen zu bauen. 

Hier soll der Atommüll aus dezentralen Zwischenlagern aus ganz Deutschland gesammelt werden, um ihn dann in unterschiedlichen Chargen für das Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter zusammenzustellen. 

Im Dreiländereck gibt es breite Kritik an den Plänen, die im März öffentlich gemacht wurden. Die An- und Abtransporte aus Würgassen sollen vornehmlich über die Schiene laufen, ein Teil werde aber auch über die Straße abgewickelt, so die BGZ.

Lager für Atom-Müll bei Würgassen (NRW): Vermessungen für geplantes Logistikzentrum 

Derzeitige Schätzungen der BGZ beziffern den Bau des Logistikzentrums in Würgassen mit 450 Millionen Euro. Das Gebäude soll eine Lagerkapazität von 60.000 Kubikmetern Atommüll haben. Das ist etwa ein Fünftel der Menge, die ab 2027 in Schacht Konrad eingelagert werden soll.

„Ziel der jetzigen Arbeiten ist die genaue Vermessung der Grundstücke hinsichtlich der Planungen der künftigen Gebäude des Logistikzentrums“, sagt BGZ-Pressesprecher Hendrik Kranert-Rydzy. Die Grundstücksgrenzen des rund 25 Hektar großen Geländes selber seien bereits Anfang Mai vermessen worden. 

Bei den rund zweiwöchigen Vermessungsarbeiten würden zugleich die exakten Höhenlinien des Geländes bestimmt. Diese werden für Berechnungen zum Hochwasserschutz des Logistikzentrums benötigt. Das Ergebnis der Untersuchung soll im Juli dieses Jahres vorliegen.

Lager für Atom-Müll bei Würgassen (NRW): Anschlussgleis soll auch vermessen werden

Das Hannoveraner Vermessungsteam soll auch das bereits bestehende Anschlussgleis auf das Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks in Würgassen neu vermessen. Das Gleis zweigt zwischen Lauenförde und Würgassen von der Bahnstrecke Ottbergen-Northeim/Göttingen ab.

Der Bahndamm ist allerdings nach über 20 Jahren der Nichtbenutzung in weiten Abschnitten überwuchert. Der Gleisanschluss war eines der Kriterien für den Standort Würgassen. Insgesamt wurden 28 potenzielle Flächen für die Lagerung des Atommülls untersucht, neun waren in der engeren Auswahl.

Das Genehmigungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung werde im zweiten Halbjahr 2021 oder Anfang 2022 beginnen, sagt BGZ-Sprecher Kranert-Rydzy.

Lager für Atom-Müll bei Würgassen (NRW): Das passierte bisher

Die Vorbereitungen für das geplante Zwischenlager für Atommüll im westfälischen Würgassen gehen auch in der Corona-Krise weiter.

Zu einer Mahnwache versammelten sich rund 60 Leute in Würgassen. Sie protestierten gegen Arbeiten für die geplante Errichtung eines Zwischenlagers für Atommüll.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.