Ausblick 2016: Von Hafenöffnung hängt viel ab

Ein Spalt weit steht das Schleusentor an der Weser schon offen: Im Parlament und in weiten Teilen der Bürgerschaft hofft man, dass es sich bis zum Jahr 2018 ganz geöffnet hat. Foto:  Henke

Bad Karlshafen. In unserer neuen Serie haben wir mit Rathauschefs über das kommende Jahr gesprochen. Heute geht es um Bad Karlshafen.

In wenigen Wochen, am 7. Februar, entscheiden die Bad Karlshafener selber. Dann wird sich zeigen, ob sich in der Bürgerschaft eine Mehrheit für die geplante Hafenöffnung findet oder das Projekt abgesagt wird, bevor es begonnen hat. Von dem Ausgang des Bürgerentscheids hängt ab, ob und wie es in der Stadt überhaupt weitergehen kann. Ein Nein zur Hafenöffnung bedeutet Stillstand. Das aber, steht für die Befürworter fest, wäre ein Rückschritt.

Hafenöffnung 

5,5 Millionen Euro will der Bund aus seinem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ Bad Karlshafen spendieren. Mit der 90-Prozent-Förderung und einem zehnprozentigen Eigenanteil soll der Zugang von der Weser in die Stadt wiederhergestellt werden. Die Fraktionen im Parlament sind mit großer Mehrheit dafür und Bürgermeister Ullrich Otto ist es auch. Er will in einer großen Bürgerversammlung am 21. Januar Karlshafener und Helmarshäuser endgültig von dem Vorhaben überzeugen. Denn alles andere als ein deutliches „Ja“ zur Hafenöffnung wäre ein schwerer Schlag für die Stadt. Zu der Versammlung sollen prominente Redner wie der Präsident des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, Karl-christian Schelzke sowie der frühere Landeskonservator Prof. Gerd Weiß sprechen. „Wir hoffen, dass der Bürgerentscheid positiv für das Projekt ausfällt und wir es dann mit aller Kraft zum Erfolg führen können.“

Haushalt 

Weil soviel an dem Ausgang des Bürgervotums hängt, hat die Stadt bis jetzt auch noch keinen Haushaltsplan für 2016. Die ganze Investitionsstruktur hänge von der Entscheidung ab. Vor dem 7. Februar zu planen, mache also keinen Sinn, so Otto. Nur eines steht für den Bürgermeister jetzt schon fest: Wenn die Hafenöffnung nicht komme, verliere Bad Karlshafen einen touristischen Anziehungspunkt. Dann trete schon mittelfristig das ein, was die Gegner eigentlich verhindern wollten: höhere Steuersätze, weil die Einnahmen dauerhaft sinken werden.

Therme 

Das Großprojekt vor elf Jahren war für die Stadt der Bau der Wesertherme. Seitdem die Stadt den Betrieb in den eigenen Händen hält, läuft er wirtschaftlich recht erfolgreich. Nur die damaligen Bausünden bereiten weiterhin Probleme. So steht mittlerweile fest, dass nach Erneuerung der Befestigung der Dachhaut auch die Lüftung sowie das Gebälk an Stellen erneuert werden müssen. Zudem sei seinerzeit die Ableitung des Kondenswassers nicht fachgerecht installiert worden, sagt der Bürgermeister. So wird die gesamte Sanierung nicht nur 711 000 Euro kosten - wie bisher veranschlagt - sondern mit rund 1,2 Millionen Euro zu Buche schlagen. Otto hofft, dass ein Teil aus dem Kommunalen Investitionsprogramm von Bund und Land (KIP) finanziert werden kann. Aus KIP sind der Stadt 366 000 Euro zugesagt worden. Der Bau eines Blockheizkraftwerkes in der Therme soll die Heiz- und Energiekosten um jährlich 40 000 Euro senken.

Helmarshausen 

Was in Karlshafen an Positivem passiere, wirke sich auch auf den Stadtteil Helmarshausen aus, sagt der Bürgermeister. So würde der Stadtteil auch davon profitieren, wenn mehr Gäste aufgrund der Hafenöffnung kämen und dann auch die Klosterburgstadt besuchten, um sich Krukenburg, Kloster und das Faksimile des Evangeliars anzuschauen. Kulturell werde Helmarshäuser ab nächstem Jahr im Fokus stehen. Dann werde die neu gegründete Herimann-Stiftung zeitgenössische Künstler auszeichnen, die sich mit Themen wie Kloster und Evangliar auseinandersetzen, so Otto. Zudem bemühe sich die Stadt, dass Helmarshausen wieder als Luftkurort anerkannt wird.

Fremdenverkehr 

Ein wichtiges Standbein Bad Karlshafens ist der Fremdenverkehr. Die Zahl von bis zu 170 000 Übernachtungen im Jahr gilt es zu vergrößern. Ein Faktor in diesem Geschäft ist auch die „Hessen“. Das Fahrgastschiff ist überholt und erfreut sich wieder größerer Beliebtheit. So sei die Silvesterfahrt bereits jetzt schon ausgebucht. „Wir hoffen, dass wir mit der Hessen bald die schwarze Null einfahren.“

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