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Atommüll-Bereitstellungslager in Würgassen: Politiker kritisieren Widersprüche

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Von: Daria Neu

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In Würgassen (Kreis Höxter) soll ein Atommüll-Bereitstellungslager entstehen. Doch das Vorhaben gerät zusehends ins Wanken. Archiv
In Würgassen (Kreis Höxter) soll ein Atommüll-Bereitstellungslager entstehen. Doch das Vorhaben gerät zusehends ins Wanken. Archiv © Markus Löschner

Die Sorge um den Bau eines Atommüll-Zwischenlagers in Würgassen ist nach wie vor groß, wenngleich das kürzlich veröffentlichte Länder-Gutachten den Menschen aus dem Dreiländereck Hoffnungen auf eine Verhinderung der Pläne macht.

Konfliktpunkt zwischen den Kritikern des Vorhabens und den Verantwortlichen ist unter anderem die Bezeichnung: Handelt es sich um ein Zwischenlager oder um ein Logistikzentrum?

Den Begriff Zwischenlager hatten sowohl die Bundesregierung als auch die BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung in ihren Erklärungen bislang nicht mit Blick auf den geplanten Bau in Würgassen benutzt. Die unterschiedlichen Begriffe haben eine Auswirkung auf die Bewertung der notwendigen Sicherheitsmaßstäbe, beispielsweise in puncto Hochwasserschutz und Erdfall. Die heimischen Bundestagsabgeordneten Christian Haase (CDU), Esther Dilcher (SPD), Johannes Schraps (SPD), Mareike Wulf (CDU), Helge Limburg (Grüne) und Armin Schwarz (CDU), die sich dem Dreiländereck rund um Würgassen zugehörig fühlen, machten jetz in einer gemeinsamen Stellungnahme deutlich, dass sie diesbezüglich aber eine Widersprüchlichkeit seitens des Bundesumweltministeriums wahrnähmen.

„In zahlreichen Erklärungen hatte man seitens der Verantwortlichen immer wieder argumentiert, dass am Standort Würgassen nicht die gleichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und nicht die gleichen Gutachten vorgenommen werden müssen wie zum Beispiel bei einem Pufferlager im Schacht Konrad“, erklärt Dilcher im HNA-Gespräch. Unter anderem habe dies mit dem Einlagerungszeitraum des Atommülls zu tun.

Irritationen seien nun aber im Zuge eines Antwortschreibens seitens der Bundesregierung entstanden. Darin habe es geheißen, dass die Sicherheitsmaßstäbe für Zwischenlager, zu denen die genannten Einrichtungen zum Umgang mit radioaktiven Stoffen gehörten, im gesetzlichen Regelwerk festgelegt seien und sich nicht unterscheiden würden. „Man sagte uns, sie seien grundsätzlich unabhängig von geplanten Lagerzeiten“, betont Dilcher und kritisiert: „Das ist ein Widerspruch zu vorherigen Aussagen.“ Schließlich habe man sich argumentativ immer darauf berufen, dass am Standort Würgassen Untersuchungen nicht im selben Umfang nötig seien, da es sich nur um ein Logistikzentrum handele.

Dilcher vermute, dass es sich bei dem geplanten Bau in Würgassen um mehr handele als nur das Logistikzentrum, „als das es uns verkauft wird.“ Die SPD-Bundestagsabgeordnete setze große Hoffnungen in das Länder-Gutachten. „Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass der Bau verhindert wird. Wir werden den Finger immer wieder in die Wunde legen und das Vorhaben sehr kritisch begleiten.“ Das Bundesumweltministerium selbst äußerte sich auf HNA-Anfrage gestern nicht zu den Vorwürfen seitens der Abgeordneten hinsichtlich der kritisierten Widersprüchlichkeit in seinem Antwortschreiben. (Daria Neu)

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