Betonbrocken hatten den Schleusenkanal blockiert

Millionenprojekt in Bad Karlshafen: Hafen kann doch eröffnet werden

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Der Schleusenkanal wird leergepumpt: Bevor es so weit war, musste ein Damm am Ausgang zur Weser installiert werden. Eine leistungsstarke Pumpe der Feuerwehr Reinhardshagen hatte in drei Stunden 600 Kubikmeter Wasser abgepumpt.

Der Schleusenkanal zum Hafen in Bad Karlshafen ist wieder frei. Ein in den Kanal hinabgelassener Bagger hat die hochgedrückten Gesteinsbrocken aus einem Loch in der Kanalsohle herausgehoben.

Im Anschluss wurden sie in einen Container verladen. Wie das städtische Bauamt und Fachleute vor Ort befanden, steht nun der feierlichen Wiedereröffnung des Hafens am Samstag nichts mehr im Wege. Wie geplant, könne die Eröffnung mit der Einfahrt mehrerer Boote und Jachten gefeiert werden, sagte Bürgermeister Marcus Dittrich.

Nachdem am Donnerstag vergangener Woche die Wasserschutzpolizei bei einer Probebefahrung Betonteile auf dem Grund entdeckt hatte, stand das Eröffnungsfest tagelang auf der Kippe. Denn niemand konnte sagen, aus welchem Grund die Brocken hochgedrückt worden waren.

Ingolf Bittermann, der anderthalb Jahre lang Bauleiter auf der Großbaustelle im Hafen war, äußert folgende Vermutung: „Durch die bei den bisherigen Schleusungen ausgelösten starken Wasserströmungen ist vermutlich die Schleusensohle an der betreffenden Stelle unterspült worden.“ So etwas könne passieren, sei aber kein Desaster, betont Bittermann. Die schadhafte Sohle könne wieder geschlossen werden. Dieser Auffassung schließt sich auch Bürgermeister Marcus Dittrich an. Es sei festgestellt worden, dass im Anschluss an die Bohrpfahlwand der neuen Schleuse unter der Brücke der B 80 die Sohle des Schleusenkanals etwa 40 Zentimeter unterspült ist. Dittrich: „Der Schaden ist damit geringer als zunächst vermutet.“

Bevor diese Feststellungen getroffen werden konnten, waren umfangreiche Vorarbeiten notwendig. Zunächst musste der Kanal zur Weser hin abgedichtet werden. Zu diesem Zweck hatte der städtische Bauhof einen mobilen Damm aus der Nähe von Magdeburg besorgt. Nach dem Aufbau des sogenannten „Hydro Baffel“ ließ ein in Paderborn georderter Spezialkran die Hochleistungspumpe der Feuerwehr Reinhardshagen auf den Kanalboden hinab. Die Maschine, die bis zu 12 000 Liter pro Minute schafft, hatte nach etwa drei Stunde die 600 Kubikmeter Wasser aus dem Kanal in die Weser gepumpt. Anschließend ließ derselbe Kran einen Bagger auf den Schleusenboden hinab. Der räumte weitere lose Betonbrocken aus dem kleinen Krater und verlud sie in einen Container. 

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„Nun ist wieder ein gefahrloser Schleusenbetrieb möglich“, sagte Bürgermeister Dittrich. Der Eröffnung des Hafens stehe nichts mehr im Wege. Der beschädigte Bereich solle dann nach der Eröffnung in den kommenden Wochen mit Unterwasserbeton wieder geschlossen werden. Eine erneute Absperrung des Schleusenkanals zur Weser hin sei dafür nach derzeitiger Einschätzung nicht erforderlich.

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