Touristisches Großprojekt günstiger als geplant

Hafen-Zahlen für die Kurstadt liegen auf dem Tisch

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Winterliche Ruhe am Hafen: Im Becken mit der neuen Schleuse befinden sich derzeit keine Sportboote. In wenigen Wochen soll die Saison beginnen.

Jetzt haben es die Bad Karlshafener auch schriftlich: Das große Hafenprojekt kostete insgesamt 9,599 Millionen Euro, wurde am Ende aber 224.000 Euro günstiger als geschätzt.

„Das ist bei einem so großen Projekt schon erwähnenswert“, sagte Bürgermeister Marcus Dittrich, der dem Magistrat und am Dienstag den Stadtverordneten die Zahlen vorlegte. Der städtische Eigenanteil liegt mit 1,265 Millionen Euro bei 13,18 Prozent.

Der größte Teil entfiel mit 6,85 Millionen Euro auf die vom Bund als „Nationales Projekt des Städtebaus“ mit 90 Prozent geförderte Öffnung des historischen Hafens. Zwar liegen für die Baunebenkosten und für das Schleusenbetriebsgebäude noch nicht alle Rechnungen vor, es sei aber absehbar, dass die Kosten auch hier eingehalten werden.

Als sich bei der Ausschreibung eine Kostensteigerung um 370.000 Euro abzeichnete, gelang es der Stadt, zusätzliche Fördermittel der EU und des Denkmalschutzes zu gewinnen. Die Übersicht der Gesamtkosten und der jährlichen Folgekosten war erst möglich nach dem Vorliegen der Schlussrechnung und der komplizierten Zuordnung der verschiedenen Gewerke zu den einzelnen Fördermittelgebern. Sämtliche Abrechnungsunterlagen wurden laut Dittrich inzwischen dem Landesbetrieb Bau und Immobilien in Hessen (LBIH) zur baufachlichen Prüfung der Verwendungsnachweise übersandt.

Fällt auf: Das Schleusenbetriebsgebäude. Ein Aushang klärt auf, warum es so gestaltet wurde.

Die Planungskosten der Gesamtmaßnahme belaufen sich auf 1,323 Millionen Euro und liegen damit 126.000 Euro unter den Schätzungen. Für Baunebenkosten – etwa für Baugrundgutachten, Planfeststellungsverfahren oder Mieten – sind bislang 317.000 Euro angefallen. Hier waren 500.000 Euro eingeplant. Für die begleitenden Maßnahmen – den Bau der Steganlagen und der schwimmenden Bühne im Hafen, die Wartestelle an der Weser und den Bau des Schleusenbetriebsgebäudes – wurden 765.000 Euro ausgegeben und damit 285.000 Euro weniger als vorher geschätzt. Der Eigenanteil der Stadt am Programm Städtebaulicher Denkmalschutz liegt zwischen zehn und 28 Prozent. Bei den vorbereitenden Maßnahmen (Machbarkeitsstudie 35.000 Euro, Beratung der EU-weiten Ausschreibung 116.000 Euro, Projektsteuerung 182.000 Euro) wurden rund 4300 Euro beim Grunderwerb eingespart.

Weil die Stadt trotz intensiver Suche keinen privaten Pächter fand (örtliche Gastronomen hatten kein Interesse, andere waren zu weit weg), beschlossen die Stadtverordneten am Dienstag bei zwei Enthaltungen von CDU und AfD, dass die Bad Karlshafen GmbH in den nächsten zwei Jahren erneut den Betrieb des Hafens übernimmt. 

GmbH arbeitet vorerst pachtfrei

Dazu gehören Vermarktung, Liegeplatzverwaltung, Bedienung der Schleuse und funktionstüchtiger Zustand der Hafenanlagen. Die GmbH übernimmt die dadurch anfallenden Betriebskosten, die Stadt zahlt die darüber hinausgehenden regelmäßigen Wartungs- und Unterhaltungskosten (Wasser, Strom, Telefon, Personal).

Die GmbH zahlt zwei Jahre lang keine Pacht an die Stadt. Diese Regelung soll je nach Entwicklung der Hafensaison 2021 überprüft werden. Mangels Alternativen und weil die Saison bald losgehe, stimmten die Stadtverordneten dem zu.

Der Magistrat hat unterdessen eine Bedarfsanalyse für die Parkplätze in der Stadt in Auftrag gegeben, weil bei der im Herbst beginnenden Umgestaltung des Hafenumfeldes Stellplätze wegfallen. Es ist geplant, die Busparkplätze am Schiffsanleger für Pkw zu nutzen, was bei Busunternehmen bereits auf Kritik stößt.

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