Wiederanbindung an die Weser

Bad Karlshafen feiert Hafeneröffnung mit großem Fest

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Der Hafen im April 2019. Ab Mitte Mai werden hier die Boote anlegen.

Es ist das größte Projekt der jüngeren Stadtgeschichte und nach nur dreijähriger Planungs- und Bauzeit fertiggestellt. Am 11. Mai will die Stadt Bad Karlshafen die Wiedereröffnung des historischen Hafens mit einem großen Fest feiern.

Mit dem Hafen erhalte die Stadt nach rund 90 Jahren der Abschottung des Hafens „wieder ihr Herz zurück“, sagt Bürgermeister Marcus Dittrich. Damit könne sie wieder an den Gründungsgedanken anknüpfen. Vor über 300 Jahren wollte Landgraf Carl von Hessen-Kassel mit der Gründung der Stadt einen dauerhaften Zugang seines Fürstentums zur Weser und damit zur See schaffen.

Unterstützt wurde die Hafenöffnung von Bund und Land. Als Nationales Projekt des Städtebaus förderte die Bundesrepublik das insgesamt 6,5 Millionen Euro teure Projekt mit 5,5 Millionen. Das Land übernahm die Sanierung der Hafenmauern und beteiligte sich mit Mitteln der Städtebauförderung. Zudem gab es Geld aus dem EU-Programm zur regionalen Entwicklung (EFRE). Die günstige Förderkulisse versetzt die Stadt in die Lage, sich mit dem vergleichsweise geringen Eigenanteil von 650.000 Euro an den Gesamtkosten beteiligen zu müssen.

Mit der Wiederanbindung an die Weser wird ein städtebauliches Gesamtkonzept verfolgt. Der Hafen soll wieder lebendiger Mittelpunkt der Stadt und ein Magnet für Wassertouristen, Feriengäste und die Bürger werden.

Unumstritten war die Hafenöffnung jedoch nicht. Erst in einem Bürgerentscheid am 7. Februar 2016 erhielt das Projekt grünes Licht. Mit knapper Mehrheit von 51,1 Prozent der Stimmen setzten sich die Befürworter durch.

Doch der Streit soll mit dem Festakt am Samstag, 11. Mai, und der Einfahrt der ersten Boote beigelegt sein. Die Schleuse sollen dann der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Marco Wanderwitz, und Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann einweihen. Anschließend lädt die Stadt zum Fest rund um den Hafen ein.

Schleuse, Brücke und Entnahmebauwerk

Für die Öffnung des historischen Hafens zur Weser waren mehrere Baumaßnahmen erforderlich. Zentral war der Bau einer Bootsschleuse im Hafen von zwölf mal 6,32 Meter. Die Brücke, die die Weserstaße/B 80 über den Zufahrtkanal führt, wurde neu gebaut und auf Bohrpfählen tief gegründet. Dabei wurden Ver- und Entsorgungsleitungen neu verlegt. Der Diemelzufluss wurde zu einem Entnahmebauwerk zur Wasserversorgung von Kanal und Hafen umgebaut.

Im vergangenen November wurde der Hafen geflutet. Etwa rund 100 Zuschauer schauten sich das Spektakel an.

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