Elektrische Geräte sind gefragt

Bad Karlshafen: Im Reparatur-Café wird Defektes wieder instand gesetzt

+
Kabelbruch: Karl-Heinz Henke vermutet, dass das Kabel der Fernbedienung wohl mal im Sessel von Jutta Sander eingeklemmt wurde. Kein Problem für den gelernten Elektriker, der den Schaden im Handumdrehen behoben hat.

Bad Karlshafen. Was defekt ist, kommt weg. Eine Reparatur ist meist umständlich oder zu teuer – so der vorherrschende Glaube. Doch im Reparatur-Café in Bad Karlshafen wirkt man diesem Trend entgegen.

Erhellend: Fachkundig kümmert sich Frederic Hewweker um das defekte Licht am Fahrrad von Antje Bürger.

„Ich hänge an diesem alten Schätzchen“, sagt Antje Bürger und schaut ihr graues Fahrrad an. Das Licht ist defekt und sie hat Frederic Hewweker vom Reparatur-Café um Hilfe gebeten. Dieser prüft die Kontakte, stellt fest, ob ein Kabelbruch vorliegt oder die Glühlampe defekt ist und hat das Problem schnell gelöst. Während die Kundin wartet, kommt sie ins Gespräch mit anderen. Der Drucker will nicht mehr so ganz, obwohl das Zählwerk schon zurückgestellt wurde. Was man denn da machen könne? Ist Tinte selbst nachzufüllen eine Option gegenüber den teuren Patronen?

Auf das Reparatur-Café wurde Antje Bürger aufmerksam, weil sie selbst regelmäßig im Kulturtreff hilft. „Flüchtlinge können meine Unterstützung im Umgang mit dem Papierkram benötigen“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich finde es toll hier, weil ich meine Sachen gerne lange behalte und nicht wegwerfe.“

Begeistert vom Angebot

„Die meisten kommen mit elektrischen Geräten zu uns“, erklärt Wolfhard Ziegler, der gemeinsam mit Ute Bachmann das Reparatur-Café gegründet hat und betreut.

Auch Jutta Sander ist mit einem elektrischen Gerät hier. Sie hat eine Fernbedienung für einen elektrischen Fernsehsessel dabei, die nicht mehr funktioniert. Karl-Heinz Henke nimmt das Gerät auseinander und stellt fest, dass das Kabel wohl mal eingeklemmt wurde. Er kürzt das Kabel ein wenig und kann so den Fehler beheben.

„Schön, dass genäht wird“

Der gelernte Elektriker bastelt grundsätzlich sehr gerne, hat sein eigenes Werkzeug dabei. Und er ist froh, hier anderen Menschen helfen zu können. Sein Fachwissen ist dabei nicht nur von Vorteil, sondern ein Muss: „Wenn ich diesen Beruf nicht gelernt hätte, dürfte ich solche Reparaturen gar nicht durchführen.“

Schwerer Fall: Die schwergängige Nähmaschine hat sich für Wilfried Krolmann zu einem schweren Fall entwickelt. Aufgeben will er aber noch lange nicht, kümmert er sich doch auch um die Nähmaschine seiner Frau, wenn diese den Dienst versagt.

Jutta Sander hatte vom Reparatur-Café gelesen und ist ganz begeistert von dem Angebot. „Schön, dass ich jetzt weiß, dass hier auch genäht wird“, sagt sie mit einem Blick durch den Raum, „darauf komme ich noch mal zurück.“

„Das Angebot ist nicht kostenlos“, betont Ute Bachmann. Sie ist Projektleiterin beim Kulturtreff, dem das Café angehört. „Jedoch gibt es keine festen Preise. Jeder spendet das, was er kann und was ihm die Reparatur wert ist“, erklärt Ute Bachmann

Das Café ist in unregelmäßigen Abständen an Freitagen geöffnet und wird inzwischen gut angenommen. „Die Palette an Helfern wächst“, freut sich Wolfhard Ziegler und ergänzt, dass vor allem weitere Elektriker fehlen. „Wir nehmen mit unserem Service aber keinem Geschäft die Kunden weg. Im Gegenteil, wir verweisen auch auf Fachgeschäfte, wenn wir nicht helfen können.“ 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.