Stattdessen Lichterfest in der Kurstadt

Marktschreier kommen nicht mehr nach Bad Karlshafen

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Wurst-Achim: Er war viele Jahre dabei.

Insgesamt 32 Jahre lang kamen die Marktschreier nach Bad Karlshafen. Doch damit ist jetzt Schluss.

Sie kamen 32 Jahre lang. Und wenn sie kamen, dann wurde es laut am Hafen in Bad Karlshafen. Denn „Wurst-Achim“, „Käse-Max“, „Aal-Ole“ und ihre Kollegen wussten sich immer Gehör zu verschaffen. Sie alle sind Marktschreier.

Doch in diesem Jahr werden ihre phonstarken Aufforderungen zum Kauf ihrer Waren nicht mehr in Bad Karlshafen erschallen. Die Werbegemeinschaft hat beschlossen, die Marktschreiertage nicht mehr stattfinden zu lassen. An dem traditionell für sie reservierten zweiten Augustwochenende soll dieses Jahr eine andere Veranstaltung stattfinden.

Die in der Werbegemeinschaft zusammengeschlossenen Gastronomen und Geschäftsinhaber haben einstimmig beschlossen, die Marktschreier nicht mehr einzuladen, sagt Bürgermeister Marcus Dittrich. „Wir brauchen die nicht mehr“, sei der Tenor in der Sitzung gewesen, in der die Entscheidung gefallen sei. Es sei zu beobachten gewesen, dass bereits in den vergangenen Jahren die Besucherzahlen, aber auch die Qualität der Stände zurückgegangen seien, sagt der Bürgermeister.

Das sehen auch Olaf Brückner, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, und zweite Vorsitzende Alexandra Schäfer so. Die Veranstaltung habe insgesamt nicht mehr die Qualität früherer Jahre. Zudem hätten Billigwaren stark zugenommen. Die Marktschreiertage will die Werbegemeinschaft nun mit einer eigenen Veranstaltung, einem Lichterfest am Hafen am 10. August, ersetzen. Daran würden auch Vereine der Stadt teilnehmen.

Joachim Borgschulze, dessen Familie seit 1986 die Karlshafener Marktschreiertage veranstaltete, hat indes kein Verständnis für die Entscheidung von Stadt und Werbegemeinschaft. Noch bei der Siegerehrung im vergangenen Jahr habe er mit Bürgermeister Dittrich wie üblich das zweite Augustwochenende für die Marktschreiertage 2019 verabredet. 

„Aber bis heute habe ich keine Absage“, sagt Borgschulze. Wenn man über mehr als drei Jahrzehnte so erfolgreich zusammenarbeitet, könne man erwarten, „dass man sich zusammensetzt und berät, wie es weitergehen kann“. Das sei leider bis heute nicht geschehen. Borgschulze ist gespannt, wie die Absage bei den Fans der Marktschreiertage ankommt.

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