Nest war schnell besetzt

Storchenkrimi in Helmarshausen: Vertrieb Storch Karl ein Storchenpaar vom neuen Horst?

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Es dauerte nicht lange, da hatte ein Storchenpaar den neuen Horst in Helmarshausen bei Bad Karlshafen besetzt. Mutmaßlich hat Artgenosse Karl die Vögel vertrieben.

Ein Storchenpaar bezog ein neugebautes Nest in Helmarshausen bei Bad Karlshafen. Doch die Ruhe wurde von Storch Karl gestört, er ist kein Unbekannter. 

  • Ein Storchenpaar bezog ein neugebautes Nest in Helmarshausen bei Bad Karlshafen
  • Das Nest wurde vom NABU und vom Heimatverein gebaut
  • Storch Karl, kein Unbekannter, funkte dazwischen 

Helmarshausen  -  Das neue Storchennest hatten der Naturschutzbund (NABU) und der Heimatverein Helmarshausen Anfang März aufgestellt. Die Hoffnung, dass sich der Standort in den Wiesen nahe der Diemel und in Nachbarschaft zu Höfen bewähren würde, hatte sich schneller als gedacht bestätigt: Keine zwei Monate hat es gedauert, bis Ende April ein unberingtes Storchenpaar das Nest in Besitz nahm. Die Vögel begannen auch mit Brutvorbereitungen.

Storch in Helmarshausen bei Bad Karslhafen: Tier sind scheu 

Immer wieder flogen die Tiere den Horst klappernd an und brachten Baumaterial in die Höhe. Die menschlichen Nachbarn hatten ihre Freude. Sie berichteten aber auch, dass die Vögel noch etwas scheu seien. Besonders an sonnigen Tagen war der Feldweg, der direkt am Nest vorbei führt, stark frequentiert. An Spaziergänger, Radfahrer und auch Autos waren die Störche offensichtlich noch nicht gewöhnt. Bei Störungen flogen sie immer wieder vom Nest oder von den Wiesen auf. Jede längere Abwesenheit registrierten die Beobachter sorgenvoll. Und die Freude war groß, wenn das Paar in der Abenddämmerung wieder auf dem Nest saß. Die Hoffnung auf Storchennachwuchs an einem weiteren Diemelstandort schien berechtigt.

Bad Karlshafen: Bedauern über Abzug des Storchenpaares

Nach gut einer Woche kam dann doch das Aus für das neue Brutpaar. Der Auslöser war offensichtlich ein alter Bekannter in der Region, der einbeinige Storch Karl. Er hatte einige Jahre in Sielen gebrütet, bis er im Frühjahr 2018 einen Teil seines linken Beins verlor. In diesem Frühjahr wurde Karl bereits an mehreren Orten und Nestern gesichtet. In Helmarshausen beobachtete Familie Bönning, auf deren Land und mit deren Unterstützung das Nest errichtet worden war, von einem Gerangel zwischen Karl und dem Paar, das wenig später den Brutplatz verließ. Karl war noch einige Tage mit einer ebenfalls unberingten Partnerin am Nest zu sehen.

Karl unterwegs auf den Diemelwiesen bei Helmarshausen.

Störche streiten im Nistplätze und Weibchen bei Bad Karlshafen

Streit um Nistplätze und Weibchen ist angesichts der erfreulich wachsenden Storchenpopulation nicht nur an Weser und Diemel nicht ungewöhnlich. In Helmarshausen bedauert man jedenfalls den Abzug des vielversprechenden Paares, egal, ob nun Karl oder der Verkehr auf dem Feldweg ausschlaggebend waren. Und Karl? „Promi-Ehen halten selten“ könnte man angesichts seiner Bekanntheit in der Region sagen. Sein Handicap verhindert mutmaßlich seit dem Unfall einen Bruterfolg für ihn. Karl ist inzwischen wieder allein unterwegs. Sporadisch taucht er noch in Helmarshausen auf. So übernachtet er auf dem Nest.

Eine Fortsetzung folgt hoffentlich, vielleicht schon im nächsten Frühjahr.

Von Markus Löschner

Für Espenau ist es eine Sensation: nach sieben Jahren hat sich das erste Mal ein Storchenpaar in der Espe-Aue niedergelassen.

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