Badegäste aufgepasst: DLRG warnt vor Strömung der Weser

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Schwimmer und Schiffe in der Weser bei Bad Karlshafen: Wasserfahrzeuge, besonders die Schrauben von Motorbooten, sind eine Gefahr für Badende.

Bad Karlshafen/Oberweser. Das Wetter lockt die Menschen an Seen und Flüsse wie Weser und Diemel. Das ist für viele Kinder ein besonderes Erlebnis - hat aber auch seine Tücken.

Grundsätzlich ist das Baden in Flüssen erlaubt, nur an besonderen Gefahrenstellen werden Verbote ausgesprochen. „Das Baden in der Weser ist alles andere als ungefährlich“, sagt Ulrich Vogel, Vorsitzender des DLRG-Ortsverbandes Oberweser. Er verweist auf die starke Strömung der Weser und die Verletzungsgefahr an den Buhnen mit ihren Steinen. Wer in die Weser geht, sollte Schuhe oder Füßlinge tragen, rät er. „Schwimmen in der Weser ist nur etwas für Geübte“, sagt Vogel, das könne allerdings für Nachahmer, die sich überschätzen, das falsche Vorbild sein.

Positiv sieht der DLRG-Vorsitzende die Wasserqualität der Weser: die sei in der vergangenen Zeit durch den Bau und die Modernisierung von Kläranlagen sowie die Verringerung der Abwässer aus der Kali-Industrie stetig besser geworden. „Die direkte Einleitung dieser Abwässer per Pipeline bei Oberweser wäre deshalb verheerend für den Fluss“, so Vogel.

Wenig Strömung, dafür aber schlechte Sicht: An der Diemel gibt es - wie hier bei Helmarshausen - vor allem oberhalb der zahlreichen Wehre beliebte Badestellen.

Wie gefährlich Flüsse und Seen für Badende sind, zeigt auch die Statistik der DLRG: Im Jahr 2014 registrierten die Lebensretter deutschlandweit 392 Todesfälle durch Ertrinken - Tendenz rückläufig. 150 Menschen ertranken in Flüssen und Bächen, 137 in Seen und Teichen. „Nach wie vor sind Binnengewässer die Gefahrenquelle Nummer eins“, sagte DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje bei der Vorstellung der Zahlen. „Der Grund liegt in der mangelnden Bewachung dieser Gewässer“, erklärt Hatje.

Auch an den Badestellen an Diemel und Weser gibt es in der Regel keine Bademeister, der Trend zum Bad im Fluss lässt sich aber auch hier an den heißesten Tagen beobachten. Etwa in Bad Karlshafen, wo beispielsweise am Steg beim Campingplatz Kinder und Erwachsene nicht nur die Füße ins Wasser halten, sondern auch schwimmen oder sogar vom Steg springen. Der Karlshafener Campingplatz rät seit jeher vom Bad im Fluss ab und empfiehlt seinen Gästen die platzeigene Poolanlage.

An den allseits bekannten und beliebten Badestellen in der Diemel - oft hinter Wehren gelegen - ist die Strömung das geringere Problem. Hier wird gerne von an Bäumen befestigten Tauen ins Wasser gesprungen, die Sicht im Wasser ist jedoch gleich null - Steinbrocken oder Gegenstände sind nicht auszumachen. An vielen Stellen sind die Ufer der Diemel steil, was in Notsituationen den Ausstieg ans rettende Ufer erschwert. Und wer in der Diemel badet, sollte nicht zuletzt kein Problem mit der Begegnung mit anderen wasserliebenden Lebewesen, etwa Ratten oder einer Ringelnatter, haben. (zlö)

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