Anlieger 14 Tage ohne Internet

Bauarbeiter beschädigen in Bad Karlshafen ein Glasfaserkabel der Telekom

Baustelle am Hafen: Dabei haben Arbeiter am Gründonnerstag versehentlich ein Glasfaserkabel der Telekom beschädigt. Folge war eine 14-tägige Störung.
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Baustelle am Hafen: Dabei haben Arbeiter am Gründonnerstag versehentlich ein Glasfaserkabel der Telekom beschädigt. Folge war eine 14-tägige Störung.

Am Hafen haben Arbeiter am Gründonnerstag mit einem Bagger versehentlich ein Glasfaserkabel der Telekom beschädigt. Erst zwei Wochen später ist die Störung behoben worden.

Bad Karlshafen – Von dieser Störung seien in der Weserstraße laut Telekom rund 30 Kunden betroffen gewesen, darunter Geschäfte wie die Fleischerei Geschonke, aber auch Anwohner. Am Mittwoch gegen 17.30 Uhr meldete die Telekom schließlich, dass die Störung behoben worden sei. Einzelne Anlieger, darunter auch die Fleischerei, berichteten jedoch, dass sie auch gestern Mittag noch nicht wieder reibungslos surfen und telefonieren konnten.

Bauarbeiter vermuteten nur ein Kabel unter der Straße

Die Bauarbeiter hätten unter der Straße nur ein Telefonkabel vermutet, berichtet Sabine Wiederhold (47) von der Fleischerei Geschonke. Denn in den Plänen sei nur eins eingezeichnet gewesen. „Das andere haben sie dann mit dem Bagger erwischt.“

Die Störung habe sich wie ein schlechter Aprilscherz angefühlt. Die EC-Karten-Geräte hätten zunächst nicht funktioniert, da diese ebenfalls ans Telefonnetz angeschlossen seien. Das habe besonders Kunden mit großen Bestellungen betroffen, die oft mit Karte zahlten.

„Für den Laden haben wir eine Rufumleitung zu unserem Hauptsitz in Helmarshausen eingerichtet“, berichtet Wiederhold. Untereinander hätten die Mitarbeiter zumindest noch über ihre privaten Handys Bestellungen austauschen können.

Gewerbetreibende von Telekom enttäuscht

Die Telekom habe eine SIM-Karte geschickt, um das Problem abzumildern, erklärt Sabine Wiederhold. Dennoch sei sie vom Service des Netzanbieters enttäuscht: „Da kommt man sich vor wie am Ende der Welt.“ Viele Geschäfte in der Weserstraße seien abhängig von einem funktionierenden Internet- und Telefonanschluss. Auch die Mieter der Wohnungen über den Geschäftslokalen seien ausgeliefert gewesen: „Viele der älteren Leute, die dort wohnen, haben nur ihr Festnetztelefon.“

Da kommt man sich vor wie am Ende der Welt.

Sabine Wiederhold, Fleischerei Geschonke

Im Eissalon Cortina, das sich zwei Häuser neben der Fleischerei Geschonke befindet, sieht Inhaber Vittorino Del Favero (56) die Angelegenheit etwas entspannter. Bei ihm funktioniere die Leitung, wie von der Telekom verlautet, seit Mittwochabend wieder. Doch auch er habe in der Zwischenzeit jeden zweiten Tag bei der Telekom angerufen, um Neues zu erfahren. Sogar einen neuen Mobilfunk-Router habe er geschickt bekommen, berichtet Del Favero.

Der Ausfall des Internets dagegen habe ihn nur am Rande betroffen. „Ich hatte keine Musik im Laden. Da habe ich mich etwas allein gefühlt“, berichtet er. Das habe aber nicht nur an der Störung gelegen, sondern auch an wenig Kundschaft.

Telekom entschuldigt sich

Die Telekom bittet derweil um Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten der betroffenen Kunden. Die Störung habe sie aber nicht zu verantworten.

„Zur Entstörung musste zuerst die Fehlerstelle genau lokalisiert und anschließend die Tiefbauarbeiten durchgeführt werden“, erklärte Telekom-Sprecher Dominik Sechser. Dabei wurde das beschädigte Kabel entfernt. Das neue Kabelstück müsse nach dem Tausch eingespleißt werden. Dies sei durch die vielen Fasern sehr aufwändig. Das bedeute nämlich, dass die einzelnen Fasern des Kabels wieder Stück für Stück miteinander verbunden werden müssen. „Das macht keine Maschine, das ist echte Handarbeit“, erklärt Sechser.

Im Notfall sei Internetverbindung über Mobilfunk möglich

Allgemein weist die Telekom darauf hin, dass betroffene Kunden beim Kundenservice, Tel. 0800/330-1000, eine kostenlose Rufumleitung auf ihre Mobilfunkgeräte beantragen können, um weiter erreichbar zu sein. Sollte die Wartezeit zu lang sein, könnten die Kunden auch einen Rückruf vereinbaren. Ebenso könnten Kunden über ihre Mobilfunkgeräte eine Verbindung zum Internet herstellen. Selbst Faxe könnten direkt auf E-Mail-Adressen weitergeleitet werden, ergänzte der Sprecher. (Paul Bröker)

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