Bad Karlshafens Bürgermeister: Die alten Linden bleiben stehen

Baum-Bänder weg: Bauhof hielt Protest gegen Fällung für beendet

Bunter Protest gegen Baumfällung: Mit Spruchbändern erinnerten die Baumschützer an die Bedeutung von Bäumen im Lebensraum Stadt. Vergangene Woche räumte der Bauhof Zweige und Bänder ab.

Bad Karlshafen. Die ehrwürdigen alten Linden an der Klostermauer in Helmarshausen bleiben stehen. Daran lässt Bad Karlshafens Bürgermeister Ullrich Otto keinen Zweifel.

Auch wenn an den Stämmen noch die aufgesprühten neongrünen Markierungszeichen zu sehen seien, würden die Bäume auf keinen Fall gefällt, sagt Otto. Er reagiert damit auf die Sorge einer Gruppe von Baumschützern aus Bad Karlshafen und Helmarshausen, die sich für den Verbleib alter Bäume im Stadtgebiet einsetzen.

Der Bürgermeister macht darauf aufmerksam, dass im Zeitraum vom 1. März bis 30. September grundsätzlich keine Gehölze entfernt werden dürfen. Und was die Bäume am Klosterhof in Helmarshausen betreffe, so habe man Äste, die das Dach der Zehntscheune zu beschädigen drohten bereits abgesägt. Darauf hatte sich die Stadt mit der evangelischen Kirchengemeinde geeinigt.

Trotz Markierung fürs Fällen: Auch diese Linde vor der Klostermauer bleibt stehen.

Mit Schleifen und Spruchbändern, die sie an Bäumen und in die Erde gesteckten  Zweigen befestigten, hatten die Baumschützer in den vergangenen Wochen gegen umfangreiche Fällungen der Stadt protestiert. Auf den Spruchbändern hatten sie auf die große Bedeutung von Bäume aufmerksam gemacht. Weil der städtische Bauhof davon ausgegangen war, dass die Protestaktion inzwischen beendet sei, hatten Mitarbeiter Zweige und Bänder vergangenen Freitag entfernt - am Triftweg und Schützenallee in Karlshafen und auch in dem kleinen Park in Helmarshausen. „Das war kein Affront gegen die Gruppe der engagierten Baumschützer“, sagt Otto, sondern es sei nur darum gegangen, „die gewohnte Optik wieder herzustellen“.

Dessen ungeachtet hält der Bürgermeister an seiner gegenüber den Baumschützern gemachten Zusage fest: „Wir wollen gemeinsam neue Bäume im Stadtgebiet anpflanzen.“ Er begrüße das große Engagement der Gruppe, sagt Otto. Diese will in nächster Zeit, in Absprache mit dem Forstamt, neue Bäume im Bad Karlshafener Stadtgebiet pflanzen.

Auch an anderen Stellen soll es mit der Wiederbegrünung des Stadtgebietes vorangehen. So hätten sich bei der jüngsten Bürgerversammlung zum Thema Patenschaften für öffentliches Grün insgesamt zehn Gruppen konstituiert. „Die ersten haben bereits ihre Arbeit aufgenommenen und Beete vorbereitet“, sagt Otto. Am heutigen Mittwoch wolle sich die Feuerwehr Karlshafen Flächen am Hafen vornehmen, sagt Otto. Auch mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sei man in Kontakt und hole sich Rat.

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