Animation zeigt Mega-Halle

BGZ stellt geplantes Atommülllager-Millionenprojekt in Würgassen dar

Kameraschwenk zum Ende des Werbefilms: Aus der gewählten Perspektive aus Richtung Axelsee ist das Zwischenlager für Atommüll fast nicht auszumachen.
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Kameraschwenk zum Ende des Werbefilms: Aus der gewählten Perspektive aus Richtung Axelsee ist das Zwischenlager für Atommüll fast nicht auszumachen.

Die BGZ hat in einer Video-Pressekonferenz das geplante Zwischenlager für mittel- und schwachstrahlende atomaren Abfälle bei Würgassen in einer virtuellen 3D-Animation vorgestellt.

Würgassen - Diese kann sich jeder ab sofort über die Internetseite (logistikzentrum-konrad.de) der Gesellschaft ansehen. Nachdem das Konzept für das 456-Millionen-Euro-Projekt fertiggestellt, die europaweite Ausschreibung des Bauvorhabens erfolgt und man in einer ersten Vergaberunde der Bieterrunde sei, hat die Beverunger Firma Nusec XR Technologies & Services von Fernando Norpoth den knapp dreiminütigen Werbefilm produziert.

Es ist ein computeranimierter und mit dynamischer Musik unterlegter Werbefilm mit Schwenks in verschiedenen Höhen vom Straßenniveau bis zu einem animierten Flug rund um das virtuell bebaute Gelände. Die Perspektivwahl ist raffiniert gewählt worden, ebenso die Zoomgeschwindigkeiten.

Es entsteht der Eindruck, die moderne Halle mit Verwaltungsgebäude, Werkstatt und überdachtem Gebäude für die Anlieferung des Atommülls aus ganz Deutschland über Gleise und Straße passe perfekt in die Landschaft.

Möbius: „Realitätsnähe Darstellung“

Dazu beschreibt Sprecherin Vera Wolfskämpf, Hauptstadtkorrespondentin des Mitteldeutschen Rundfunks, die virtuelle „Reise in die Zukunft“ mit einfühlsamer Stimme. Die Anlage wirke nicht so gigantisch, wie viele Bürger sich das vorstellen würden, heißt es im Beitrag. Es sei eine „realitätsnahe Darstellung anhand der aktuellen Planungen“, erläuterte Christian Möbius als Generalbevollmächtigter des Logistikzentrums. Filmisch dargestellt werde, wie sich der Gebäudekomplex 2027 in die Landschaft im Weserbergland einfügen könne.

„Auf eine verschönernde Darstellung etwa durch eine Dachbegrünung wurde dabei bewusst verzichtet“, hieß es weiter. Man könne sich aber vorstellen, dass die Dachflächen begrünt oder sogar mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden könnten, hieß es weiter. Parallel zum Film entstand eine App für Smartphones und Tablets, mit der sich das Logistikzentrum auf eine gewünschte Fläche projizieren und aus allen Richtungen völlig frei betrachten lasse, so die Erläuterungen. Die App funktioniere ab sofort für alle Apple-Geräte und sei kostenlos im Applestore unter „BGZ AR“ erhältlich und ebenso in einer Version für Nutzer von Android-Geräten über den Google Playstore.

Das Bundesumweltministerium (BMU) hat die BGZ 2018 damit beauftragt, das Logistikzentrum zu planen und zu errichten. Auf dem Gelände des geplanten Zwischenlagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus dem ganzen Land seien die Erkundungsarbeiten abgeschlossen. Aktuell finden Untersuchungen im Genehmigungsverfahren von Flora und Fauna statt, sagte Möbius.

Kameraschwenk zum Ende des Werbefilms: Aus der gewählten Perspektive aus Richtung Axelsee ist das Zwischenlager für Atommüll fast nicht auszumachen.

Vorgesehen ist, dass ab 2027 atomare Abfälle nach Würgassen transportiert werden. Die unterschiedlich strahlenden atomaren Abfälle sollen in der Mega-Halle sortiert und für den Weitertransport in den Schacht Konrad bei Salzgitter zusammengestellt werden.

Eigentümerin des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen, das seit 1994 vom Netz ist, ist das Unternehmen Preußen Elektra. Die baulichen Erweiterungen reichen über das bisherige Gelände hinaus. Laut Plan ist allein die Stahlbetonhalle für das Zwischenlager 325 Meter lang, 125 Meter breit und 16 Meter hoch. Die jetzigen Alt-Gebäude seien rund 40 Meter hoch, so Möbius. (Jürgen Dumnitz)

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