Versammlung unter schwierigen Bedingungen

BI Dreiländereck: Gewählt wird per Brief

Protest der Bürgerinitiative: Im Juli 2020 hatte die Bürgerinitiative das Hauptgebäude des stillgelegten Kraftwerks als Projektionsfläche für ihren Protest genutzt.
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Protest der Bürgerinitiative: Im Juli 2020 hatte die Bürgerinitiative das Hauptgebäude des stillgelegten Kraftwerks als Projektionsfläche für ihren Protest genutzt.

Wer Vereinsarbeit kennt, der weiß, wie mühsam und oft nervenzehrend Mitgliederversammlungen sein können.

Beverungen – Verfahrensfragen halten die Tagesordnung auf, jedes Mitglied soll sich und seine Ideen einbringen können. Man stelle sich all das nun in einer Situation vor, in der noch persönliche Differenzen die Vereinsarbeit erschweren – und die Coronapandemie die Versammlung in den virtuellen Raum des Internets zwingt.

Hoffnung auf reibungslose Sacharbeit

Vor dieser Aufgabe standen Vorstand und Mitglieder des Vereins Atomfreies Dreiländereck, der sich gegen das geplante Atommüll-Logistikzentrum in Würgassen einsetzt, am Freitagabend. In einer dreieinhalbstündigen Online-Versammlung wurden die Wahl eines neuen Vorstandes und damit die Hoffnung auf zukünftig reibungslose Sacharbeit auf den Weg gebracht.

„Unser Verein hat bislang gute Arbeit geleistet, viele erfolgreiche Aktionen durchgeführt und sich als Gesprächspartner positioniert“, sagte Prof. Martin Hörning vom amtierenden Vorstand zur Eröffnung. 150 stimmberechtigte Mitglieder waren per Zoom mit Video zugeschaltet, konnten sich per Chat einbringen und an Online-Abstimmungen teilnehmen. Weitere Fördermitglieder verfolgten das Geschehen im Youtube-Stream. Hörning gelang in seiner Moderation der Spagat, den Ablauf der Versammlung zwischen Tagesordnung und Chatverlauf geordnet zu organisieren. Ob das Verfahren der Online-Abstimmungen den Ansprüchen der Rechtsverbindlichkeit standhält, wurde im Chat mitunter bezweifelt.

Vorstand macht Weg frei für neues Gremium

Den Bericht und Kassenbericht lieferte Hubertus Hartmann für den Vorstand. Der wurde von der Versammlung ohne Gegenstimme entlastet und trat, wie angekündigt, geschlossen zurück, um den Weg für Vorstandswahlen frei zu machen. Dazu wurden ein Wahlausschuss gewählt und die Einschaltung eines Notars beschlossen. Nun gilt es, eine Briefwahl zu organisieren. Die Online-Abstimmung war als zu unsicher erachtet worden.

Bei den Wahlvorschlägen aus der Versammlung zeigte sich unter den Mitgliedern viel Sympathie für den ehemaligen Vorsitzenden Dirk Wilhelm und das Team, das sich mit ihm gefunden hatte. Bei einigen hat er das Vertrauen durch seinen plötzlichen Rücktritt im vergangenen Herbst allerdings auch eingebüßt. So wurde auch Lob für die Arbeit des amtierenden Vorstandes laut und Enttäuschung darüber, dass niemand aus diesem Gremium einer erneuten Kandidatur zustimmte. Nach den gescheiterten Vermittlungsversuchen sehe man keinen Sinn in einer neuen Zusammenarbeit, so die Stellungnahme des Vorstandes, der bis zum Abschluss der Wahl nun kommissarisch im Amt bleibt. (Markus Löschner)

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