Bootsliegeplätze sollen 2022 voll belegt sein

Positive Entwicklung für Tourismus, Schifffahrt und Hafen von Bad Karlshafen

Eis auf dem Hafen: Teile der neuen, noch nicht ganz fertiggestellten Hafenbeleuchtung (hier die Beleuchtung aus dem Kirchturm heraus statt mit Strahlern von außen) fotografierte Pfarrer Daniel Fricke am Samstag vor einer Woche. Auf dem Hafen hatte sich eine erste dünne Eisschicht gebildet, die aber schnell wieder verschwand.
+
Eis auf dem Hafen: Teile der neuen, noch nicht ganz fertiggestellten Hafenbeleuchtung (hier die Beleuchtung aus dem Kirchturm heraus statt mit Strahlern von außen) fotografierte Pfarrer Daniel Fricke am Samstag vor einer Woche. Auf dem Hafen hatte sich eine erste dünne Eisschicht gebildet, die aber schnell wieder verschwand.

Nach zwei Krisenjahren aufgrund der Hafenbaustelle und der Coronakrise sieht die Bad Karlshafen GmbH Zeichen für eine positivere Entwicklung des Tourismus in Bad Karlshafen.

Bad Karlshafen – Das geht aus dem Jahresbericht der GmbH hervor, den Geschäftsführer Rainer Kowald am Dienstag den Stadtverordneten vorlegte. In der selben Sitzung übertrug das Parlament einstimmig den Betrieb des neuen Hafens nunmehr unbefristet an die GmbH.

Die Bad Karlshafen GmbH Gesellschaft für Standort und Marketing ist zuständig für Wesertherme, Touristinformation, das Weserschiff Hessen, den Barockhafen und das Stadtmarketing.

Weser-Therme

Die Therme lieferte 2021 trotz monatelanger Schließung bessere Zahlen als im Coronajahr zuvor.

Nach der Wiederöffnung im Juli hatte die Therme im August den Spitzenwert von 22.449 Besuchern und 297.366 Euro Umsatz, während der November bei 15.767 Besuchern den Spitzenumsatz von 439.522 Euro erbrachte, da viele Gutscheine verkauft wurden. Auch der Umsatz in der Thermen-Gastronomie entwickelte sich gut, die Spitze gab es im August mit 155.847 Euro.

Tourist-Information

Die Touristinformation mache deutlich mehr als nur Prospekte verteilen, räumte Kowald mit einem Vorurteil auf. Sie beantworte nicht nur alle Anfragen, sondern sorge auch für die Zimmervermittlung, buche Pauschalen, vermittele Stadtführungen, sorge für die komplette Kurtaxabwicklung und Digitalisierung sowie Statistiken und Buchhaltung.

Sie sorge zudem für das touristische Marketing, für Veranstaltungen und den bundesweiten Ticketverkauf (auch über eventim). Außerdem laufe über die Touristinfo die Verbandsarbeit in sechs touristischen Verbänden vom Heilbäderverband bis zur Deutschen Märchenstraße.

Leider gebe es in Bad Karlshafen zu wenige Zimmer, so dass zum Beispiel Busreisende in Quartiere in Nachbarorte wie Hofgeismar mit seinem neuen großen Hotel weitervermittelt wurden. Sehr gefragt seien laut Kowald die neuen mehrstündigen Schleusenfahrten vom Hafen in die Weser und mit Schleusentechnikbesichtigung. Die kämen sehr gut an.

Weil die Bad Karlshafener Quartiere über den Naturpark Reinhardswald nicht so gut zu finden waren, wurde wieder ein eigenes Gästeverzeichnis aufgelegt, das gut ankam.

Weserschifffahrt

Bei der um zwei Monate verspätet gestarteten Schifffahrt mit der Hessen habe es nur wenige geldbringende Sonder- und Brunchfahrten gegeben, sondern vor allem Rundfahrten. Es gab 5747 Passagiere (99.647 Euro Umsatz), das waren etwa 1800 Passagiere (rund 30.000 Euro) mehr als 2020.

Es sei wichtig gewesen, verbilligte Fahrten für Kurkarteninhaber anzubieten, nachdem die Thermenangebote zeitweise ausfallen mussten.

Die „Hessen“ habe noch einen Bestandsschutz bis zum Jahr 2042, sofern alle Hauptuntersuchungen erfolgen. Die letzte Untersuchung im Oktober sei erfolgreich gewesen, die Bodenuntersuchung habe keinerlei Beanstandungen ergeben, sagte Kowald.

Die nächste Saison soll am 19. März 2022 mit einem neuen Fahrplan starten. Dann werde es wöchentlich eine Abfahrt ab dem Carolinum geben, was sicher werbewirksam sei.

Barockhafen

Der neue Innenstadthafen mit seinen Bootsliegeplätzen hat Probleme gemacht, weil die Preise zu hoch waren, wie Kowald einräumte. Zudem habe die lange Baustelle für Probleme gesorgt. Für 2022 rechne man aber mit einem besseren Ergebnis, da dann wohl alle 17 Bootsliegeplätze belegt werden.

Auf Nachfragen sagte Kowald, dass einige Boote das ganze Jahr im Hafen bleiben. Man rechne damit, dass er nicht zufriere und für die derzeit dort liegenden Boote sei Eis kein Problem. Man könne die Schleusenzeiten künftig ausweiten, da die Schleuse nun auch ferngesteuert werden könne.

Die Einnahmen im Hafen hatten 2019 bei 8733 Euro gelegen, waren 2020 auf 2260 Euro eingebrochen und sind in diesem Jahr wieder auf 5986 Euro angestiegen.

Im Jahr 2019 hatte die Bad Karlshafen GmbH einen Überschuss von rund 123.000 Euro, im Jahr 2020 ein Minus von 189.000 Euro und 2021 werde sich ohne Corona-Hilfen der Verlust wohl halbieren. Im nächsten Jahr hoffe man, eine schwarze Null zu erreichen, doch das sei laut Kowald noch viel Arbeit.

Die Stadt müsse aber nichts zuschießen, die GmbH sei liquide und könne das schaffen, schloss Kowald den Bericht. (Thomas Thiele)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.