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Bürgerinitiativen arbeiten weiter gegen geplantes Zwischenlager Würgassen

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Von: Markus Löschner

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Mitglieder des Arbeitskreises Würgassen der BI Lebenswertes Bördeland und Diemeltal setzen sich für ihre Meinung ein: von links Rainer Mues, Edith Götz, Josef Jacobi, Hubertus Hartmann und Heinrich Wenisch.
Mitglieder des Arbeitskreises Würgassen der BI Lebenswertes Bördeland und Diemeltal setzen sich für ihre Meinung ein: von links Rainer Mues, Edith Götz, Josef Jacobi, Hubertus Hartmann und Heinrich Wenisch. © Markus Löschner

Auch wenn einschneidende neue Entwicklungen derzeit in Sachen Atommüll-Logistikzentrum Würgassen nicht zu vermelden sind, arbeiten Planer und Gegner unbeirrt weiter.

Würgassen - So lädt die Bürgerinitiative atomfreies Dreiländereck für Samstag, 23. April, zu einem Protestmarsch mit Livemusik in Lauenförde ein. Der Arbeitskreis Würgassen der Bürgerinitiative lebenswertes Bördeland und Diemeltal bereitet derweil anlässlich der Landtagswahlen in NRW eine Podiumsdiskussion in der Beverunger Stadthalle vor. Sie findet am Mittwoch, 4. Mai, ab 19.30 Uhr statt, zugesagt haben bereits Matthias Goeken (CDU), Nora Wieners (SPD) und Uta Lücking (Grüne).

„Wir möchten nicht, dass der ländliche Raum zur Müllkippe der Zentren wird“, sagte Josef Jacobi von der BI Bördeland und betonte die Wichtigkeit beider Veranstaltungen, um den öffentlichen Druck gegen die Planungen aufrecht zu erhalten. In Haarbrück informierten Mitglieder des Arbeitskreises über den Stand ihrer Arbeit.

Transportstudie

Auch wenn es positiv sei, die generelle Notwendigkeit eines Logistikzentrums zu hinterfragen: „Wir waren nie besonders euphorisch“, sagte Hubertus Hartmann zum angekündigten Gutachten der Landesregierungen von Niedersachsen und NRW. Kritisiert wird von der BI, dass die Entfernung des Zentrums zum Endlager Konrad außer Acht gelassen werde, der Standort Würgassen und das Auswahlverfahren würden nicht betrachtet. Während die BGZ als Planerin Daten liefere, würden Beteiligte vor Ort nicht einbezogen. „Somit wird die Studie oberflächlich bleiben“, sagt Edith Götz.

Konditionierung

Offene Fragen hat die BI auch angesichts der bei der Vorstellung der Logistikstudie erwähnten Konditionierungsstandorte. Dort, etwa in Karlsruhe, Jülich oder Gorleben, soll der radioaktive Müll in einlagerungsfähige Gebinde verpackt werden, um ihn dann erst nach Würgassen zu bringen. Dort seien aber ebenfalls Anlagen für die Konditionierung vorgesehen. Auch angesichts dieser Abläufe zweifelt die BI die Notwendigkeit der Einrichtung in Würgassen an.

Zeitenwende

Explodierende Bau- und Transportkosten, Klimawandel und eine völlig neue Sicherheitslage: Rainer Mues von der BI hält die veranschlagten Kosten von 500 Millionen Euro für die Anlage für nicht haltbar, rechnet stattdessen mit 2,5 Milliarden. „Das Projekt ist alles andere als nachhaltig“, sagt Mues. „Wir können nicht hunderttausende Transportkilometer fahren und der Bevölkerung sagen, dass sie sparen soll.“

Neue Bundesregierung

„Wir sind sehr enttäuscht“, erklärte Josef Jacobi in Haarbrück. Die Kontaktaufnahme zur neuen Bundesumweltministerin sei bislang erfolglos geblieben. Laut Koalitionsvertrag solle jedes Vorhaben auf Klimaneutralität geprüft werden, trotzdem werde scheinbar unbeirrt an den alten Planungen festgehalten.

Hochwasser

Zwar habe die BGZ nach den Ereignissen im Ahrtal ihre Hochwasserstudie zum Standort an der Weser überarbeitet. „Historische Extremhochwasser werden aber auch in der Überarbeitung ausgeklammert“, kritisierte Heinrich Wenisch. Die BGZ spreche von einer mangelhaften Datenlage. „Nach unseren Recherchen ist die Datenlage mit Berichten zu derartigen Ereignissen im Wesertal sogar sehr gut.“ (Markus Löschner)

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