Streit in Helmarshausen

Bürgermeister Otto versichert: Die Bäume bleiben

Helmarshausen. Der Streit um Baumfällungen in Helmarshausen scheint beigelegt. „Es wird keine weiteren Baumfällungen geben", sagte Bürgermeister Ullrich Otto am Dienstag auf HNA-Anfrage.

Bei der Gruppe von Helmarshäuser Bürgern, die vergangene Woche massiv gegen bereits erfolgte Fällungen protestierte, löste dies Zufriedenheit aus. Marita Kahr, die für diese Gruppe sprach: „Dann hat sich unser Einsatz ja gelohnt.“

Wie berichtet, waren in den vergangenen Wochen in Helmarshausen zahlreiche Bäume gefällt worden. Das rief die Gruppe auf den Plan. Dass man die gefällten Bäume nicht mehr retten könne, war der Gruppe klar. Allerdings: An einigen Bäumen vor der Mauer zum Klosterhof prangte ein grünes Neonkreuz - ein Zeichen, dass auch sie gefällt werden sollen.

„Es gab einmal diesen Plan“, sagt auch Bürgermeister Otto. Allerdings sei er ad acta gelegt worden, weil die Stadt kein Geld dafür habe. „Sie werden auch nächstes Jahr noch stehen“, verspricht der Bürgermeister. Er begründete den ursprünglichen Plan mit einem Wunsch des Kirchenvorstandes, durch eine Fällung eine Schädigung der Mauer und des dahinter liegenden Hausdaches zu verhindern.

Marita Kahr widerspricht dieser Darstellung. Sie habe mit dem Pfarrer gesprochen und demnach habe die Kirche die Stadt lediglich aufgefordert, die über die Mauer ragenden Äste abzusägen, um das neu eingedeckte Dach nicht zu beschädigen. Dies sei inzwischen auch geschehen.

In einem Brief an Marita Kahr, der unserer Zeitung vorliegt, rechtfertigte Bürgermeister Otto die bisherigen Fällaktionen. Welche Gefahr von Bäumen ausgehe, sehe man daraus, dass in einem Fall ein Baum auf ein parkendes Autos stürzte. Ein nachfolgender Pkw, in dem eine Frau saß, wurde beschädigt. Die Bäume im Krankenhauspark hätten Mauern und Wege zerstört, Die Anwohner hatten Angst, so Otto. An der Straße am Hang, nennt er als drittes Beispiel, sei eine Eiche unterspült worden und hätte ein parkendes Auto zerstört.

Die Fällungen seien also nicht willkürlich erfolgt, schreibt Otto. In dem Brief, den Kahr gestern noch nicht kannte, spricht Otto auch eine mögliche Pflanzaktion an: „Das wäre eine echte Hilfe.“

Das Angebot stößt bei der Gruppe auf offene Ohren. Kahr: „Wunderbar. Das machen wir.“ Ihre größte Sorge allerdings: „Hoffentlich weiß der Bauhof auch, dass die Bäume nicht mehr gefällt werden sollen. Es scheint nämlich, dass die Kommunikation innerhalb der Verwaltung nur oberflächlich vonstatten geht.“

Von Michael Rieß

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