36-Jähriger nach vorläufigem Wahlergebnis neuer Chef im Rathaus

Sieg mit einer Stimme mehr: Dittrich ist neuer Bürgermeister von Bad Karlshafen

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Petra Werner war eine der ersten, die Dittrich zum Wahlsieg gratulierte. Sie anerkannte, "dass auch ein Sieg mit nur einer Stimme, ein Wahlsieg ist.

Bad Karlshafen. Marcus Dittrich ist am Sonntag zum neuen Bürgermeister von Bad Karlshafen gewählt worden. Der 36-Jährige wurde in der Stichwahl mit der hauchdünnen Mehrheit von nur einer Stimme gewählt.

Aktualisiert um 20.56 Uhr -

 Auf ihn entfielen 932 Stimmen und auf Petra Werner 931. In Prozenten ausgedrückt lautete das Ergebnis 50,03 zu 49,97.

Gegenüber dem ersten Wahldurchgang von vor zwei Wochen stieg die Wahlbeteilung um 0,7 Prozentpunkte auf 66,7 Prozent. Das ist für eine Bürgermeisterwahl ein überdurchschnittlich guter Wert.

Der Wahlgewinner konnte seinen Stimmenvorsprung in seinem Wohnort Helmarshausen gegenüber dem ersten Durchgang am 7. Mai noch ausbauen und im Stadtteil Karlshafen den Rückstand auf Petra Werner verkürzen. In Karlshafen hatte Dittrich einen Anteil von 42,8 Prozent und in Helmarshausen von 60,5 Prozent.

Der öffentlichen Präsentation der Ergebnisse im Landgrafensaal des Rathauses wohnten zahlreiche Bürger bei. Als kurz vor 19 Uhr das vorläufige Endergebnis auf der Leinwand erschien, war die Freude in den Reihen von FWG und CDU groß. Die beiden Parteien hatten Dittrich, der in der Wahl als Unabhängiger auftrat, unterstützt. Die Parteilose Petra Werner wurde indes von der örtlichen SPD unterstützt. Sie hatte im ersten Wahldurchgang vor zwei Wochen noch mit 48 Prozent und einem Vorsprung von 6,8 Punkten deutlich geführt.

Marcus Dittrich nahm das Ergebnis freudestrahlend und mit "großer Erleichterung" entgegen. Er führte seine Aufholjagd auf die zahlreichen persönlichen Gespräche mit den Bürgern und seinen intensiven Wahlkampf der vergangenen Tage zurück. Er sehe es als "große Aufgabe an, die Stadt bei solch einem knappen Ergebnis zu führen." Für ihn komme es nun auch darauf an, die Bürger im Stadtteil Karlshafen mit seiner Arbeit zu überzeugen.

Das vorläufige Endergebnis im Überblick:

Wahlberechtigte

Wähler

Petra Werner

Marcus Dittrich

Bad Karlshafen

1640

794

453 (57,2 %)

339 (42,8 %)

Helmarshausen

1165

664

261 (39,5 %)

400 (60,5 %)

Briefwahl

-

414

217 (52,9 %)

193 (47,1 %)

Gesamt

2805

1872

931 (49,97 %)

932 (50,03 %)

Das Interesse an der Bürgermeisterwahl in Bad Karlshafen war auch bei der Stichwahl am Sonntag ungebrochen. Am Mittag zeichnete sich bei der Stichwahl eine hohe Wahlbeteiligung in beiden Stadtteilen, Helmarshausen und Karlshafen, ab. Bis dahin hatten bereits über 30 Prozent der 2805 Wahlberechtigten ihren Wahlzettel abgegeben. Zur Wahl stehen die 53 Jahre alte Petra Werner und der 36-jährige Marcus Dittrich.

Unser Foto zeigt das Wahllokal im Rathaus von Bad Karlshafen mit den Wahlhelfern Andreas Wendisch und Manfred Balher (rechts). Die Helmarshäuser gehen im Bürgerhaus wählen.

Rückblick: So lief der erste Wahlgang

Im ersten Wahlgang am 7. Mai errang Werner 48 Prozent der Stimmen und Dittrich 41,23 Prozent. Dittrich lag in seinem Wohnort Helmarshausen in Front, die Hochburg von Werner war Karlshafen.

Die Wahlbeteiligung war mit 66 Prozent im ersten Wahlgang vergleichsweise hoch. Darauf, dass das Interesse bei der Stichwahl keineswegs erlahmt, deutet die Zahl der Briefwähler hin. Bis Donnerstagnachmittag hatten insgesamt 459 Bürger Briefwahlunterlagen angefordert, das waren sogar 42 mehr als vor zwei Wochen.

Kandidatin und Kandidat haben die vergangenen Tage genutzt, noch einmal kräftig die Werbetrommel für sich zu rühren. Mit Anzeigen, neuen Plakaten und Flyern versuchen beide, die eigenen Anhänger ebenso wie noch Unentschlossene für sich zu gewinnen. So müssen sich auch die Wähler der nach dem ersten Wahlgang ausgeschiedenen Kandidaten Ralf Betz und Marcel Maier entscheiden, wem sie am kommenden Sonntag ihre Stimme geben. Vor zwei Wochen erreichte Betz mit 171 Stimmen 9,25 Prozent und Maier mit 28 Stimmen 1,52 Prozent.

Ein Schwerpunkt der Wahlkampfaktivitäten lag für Werner und Dittrich im direkten Gespräch mit den Bürgern. Bei den sogenannten Haustürgesprächen erfuhren sie einiges über die Anliegen, Sorgen und Wünsche der Bürger in beiden Stadtteilen. Nach der Schließung des Rewe-Marktes ist die Nahversorgung in der Stadt ein zentrales Thema, haben beide erfahren.

Wahl in Bad Karlshafen: Das waren die  Kandidaten

Petra Werner hält aus diesen Bürgergesprächen unter anderem fest, dass viele Menschen unzufrieden sind mit dem teilweise ungepflegten Erscheinungsbild der Stadt. Deshalb sei es eine zentrale Aufgabe der nächsten Jahre, „wieder für eine gepflegtere Optik in der Stadt zu sorgen“. Die Abwanderung junger Leute und ein Mangel an Arbeitsplätzen seien andere Themen, die die Menschen bewegten, hat Werner erfahren.

Freundlich fairer Umgang: Nach dem ersten Wahlgang am 7. Mai beglückwünschten sich Marcus Dittrich und Petra Werner gegenseitig zum Erreichen der Stichwahl.

Auch Marcus Dittrich ist von Haus zu Haus gegangen. Die Suche nach dem Standort für einen neuen Lebensmittelmarkt beschäftige alle Karlshafener, berichtet der Kandidat. Speziell im Stadtteil Karlshafen „ist natürlich die Wiederbelebung der Innenstadt ein wichtiges Thema“. Die Straßenbeleuchtung, Fragen der Sicherheit und selbstverständlich der derzeitige Zustand des Hafens führten ebenfalls zu intensiven Diskussionen, so Dittrich.

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