Bürgermeisterwahl in Bad Karlshafen: Auf wahrscheinliche Wiederholung eingestellt

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Möglicherweise müssen sie demnächst ihr Ehrenamt im Wahlbezirk Helmarshausen wieder aufnehmen: Unser Foto zeigt die Wahlhelfer (von links) Erich Rennert, Maritta Koch, Claudia Illner und Heiko Meckbach bei der Aushändigung des Wahlzettels an Jungwähler Tim Kasper am 7. Mai. Foto:  Henke

Bad Karlshafen. Marcus Dittrich hat am 21. Mai die Bürgermeisterstichwahl in Bad Karlshafen mit einer Stimme Vorsprung vor Petra Werner gewonnen. Doch ein ernst zu nehmender Einspruch gegen die Gültigkeit der Wahl, macht eine Wiederholung wahrscheinlich.  

Marcus Dittrich spielt in diesen Tagen eine Dreifachrolle: In der ersten ist er Vorsitzender der Bad Karlshafener Stadtverordnetenversammlung, in der zweiten gewählter künftiger Bürgermeister und in der dritten Rolle demnächst vermutlich wieder wahlkämpfender Bürgermeisterkandidat.

Als Stadtverordnetenvorsteher weiß Dittrich, dass am 27. Juni das Parlament über die Einsprüche und die Gültigkeit der Stichwahl vom 21. Mai entscheiden wird. Wie die Stadtverordneten dann entscheiden werden, hänge auch von den Ergebnissen der juristischen Beurteilungen ab. „Aber, wir wissen ja: Zwei Juristen - drei Meinungen“, weist Dittrich auf die Möglichkeit hin, dass die Expertise der Rechtsgelehrten des Hessischen Städte- und Gemeindebundes nicht unbedingt eindeutig ausfallen müsse.

Petra Werner

Als Wahlgewinner erwägt Dittrich deshalb, „dass ich vielleicht selber auch ein juristisches Gutachten zu den Einsprüchen anfertigen lasse“. Denn nach intensiver Lektüre der Wahlgesetze sei er sich nicht mehr sicher, ob der Einspruch des Bürgers wirklich berechtigt ist.

Die Wahrscheinlichkeit aber, dass dem Einspruch stattgegeben werden muss, scheint ziemlich hoch. Deshalb stellt sich Marcus Dittrich seit dieser Woche wieder auf eine Wahlwiederholung im Wahlbezirk Helmarshausen ein. „Dann muss ich sehen, dass ich die 400 Stimmen vom 21. Mai wieder gewinne“. Das bedürfe dann noch einmal Anstrengungen.

Anspruch auf faire Wahl

Die in der Stichwahl mit nur einer Stimme weniger als Dittrich denkbar knapp unterlegene Petra Werner berichtet, dass nach dem 21. Mai zahlreiche Bürger bei ihr angerufen hätten und sich über vermeintliche Verstöße gegen eine ordentliche Wahl beschwert hätten. „Da habe ich die Leute aber immer noch gebremst“, sagt Werner, denn weil sie wisse, dass jeder Einspruch auch eine Rechtsgrundlage haben müsse, habe sie niemanden zu einem solchen Schritt ermuntert. 

Marcus Dittrich

Der jetzt bekannt gewordene Fall sei jedoch möglicherweise ein ausreichender Beschwerdegrund, drückt sich Werner vorsichtig aus. Allerdings: „Jeder Kandidat hat auch Anspruch auf eine faire und korrekte Wahl.“ Sofern die Stadtverordnetenversammlung am 27. Juni Einsprüchen stattgebe und die Stichwahl für ungültig erkläre, „dann wäre das eine neue Chance, die nehme ich dann auch wahr.“ Wenn es auch schwierig sei, beginne für sie der Wahlkampf dann von Neuem. Werner: „Da muss man dann auch Durchhaltvermögen beweisen.“

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