Wahlverliererin war nicht wahlberechtigt 

Bürgermeisterwahl in Bad Karlshafen: Petra Werner fehlte die eigene Stimme 

Große Freude bei den Unterstützern von Marcus Dittrich: Heiner Wehmeier, Kai Timo Wilke und Maria Luise Niemetz (von links) gratulierten dem künftigen Bürgermeister herzlich. Foto:  Löschner

Bad Karlshafen. Mit dem hauchdünnen Vorsprung von nur einer Stimme hat Marcus Dittrich die Bürgermeisterwahl in Bad Karlshafen gewonnen. Die unterlegene Petra Werner konnte sich nicht selber wählen, sie war nicht wahlberechtigt.     

In der ersten Runde der Direktwahl am 7. Mai hatten Petra Werner nur 38 Stimmen zur absoluten Mehrheit und damit zum Wahlsieg gefehlt. Gleichwohl sah sie mit einem Stimmenanteil von 48 Prozent wie die sichere Siegerin in der Stichwahl aus. Denn als Zweitplatzierter hatte Marcus Dittrich einen Rückstand von 125 Stimmen oder 6,8 Prozentpunkten.

Doch in den verbleibenden zwei Wochen des restlichen Wahlkampfes schaffte es der Helmarshäuser das Blatt noch zu seinen Gunsten zu wenden.

Die aufgrund nur einer Stimme weniger Unterlegene Petra Werner zollte ihrem Kontrahenten Respekt: „Er hat in den vergangenen Tagen einen sehr professionellen Wahlkampf geführt“, sagte Werner. Und in der Tat: Durch frische Plakate, zahlreiche Haustürgespräche und vor allem eine zündende Anzeigenplatzierung gelangte Dittrich in die Offensive. Geholfen hatte ihm dabei, dass auch die ihn unterstützenden Freien Wähler und die CDU noch mal „richtig Gas gaben“.

Für Petra Werner hatte es eine gewisse Tragik, dass sie sich - im Gegensatz zu Marcus Dittrich - nicht selber wählen konnte. Die 53-Jährige war auch während des Wahlkampfes mit Hauptwohnsitz in Offenbach gemeldet und war damit in Bad Karlshafen nicht wahlberechtigt. „Herr Dittrich hat auch mit seiner eigenen Stimme gewonnen“, registrierte Werner. Bei Stimmengleichheit hätte das Los entscheiden müssen.

„Trotz aller persönlicher Enttäuschung wünsche ich Marcus Dittrich, dass er die Stadt in eine gute Zukunft führt“, sagte Werner. Dazu sei es wichtig, dass die Fraktionen enger zusammenarbeiteten.

„Dass ein klareres Ergebnis bei der Bürgermeisterwahl schöner gewesen wäre,“ bekannte Heiner Wehmeier, Fraktionsvorsitzender der FWG, ebenso wie Erster Stadtrat Jost Riedel, der zum knappen Erfolg seines Fraktionskollegen meinte: „Es ist ein Sieg, der nicht ganz zufrieden stellt.“ Die Stadt sei, wie bei der Hafenöffnung „einmal mehr zweigeteilt“, so Wehmeier. Dass sich an dem knappen Ergebnis noch etwas ändern könnte, davon geht Wehmeier nicht aus. Es sei dreimal durchgezählt worden, „nach menschlichem Ermessen ändert sich da nichts mehr“.

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