Kein Kandidat, Frist läuft bald ab

Bürgermeisterwahl Karlshafen: Alle halten sich bedeckt

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Wer zieht hier ein? Rathaus in Bad Karlshafen

Bad Karlshafen. Für Ullrich Otto steht fest: „Ich trete nicht wieder an.“ Auch wenn der Bürgermeister sieht, wie schwer sich die Parteien in seiner Stadt tun, Kandidaten für die nächste Direktwahl zu finden, bleibt er bei seinem Entschluss: „Da muss jetzt mal ein anderer ran.“

Nur wer? Bislang hat sich noch keine Frau, noch kein Mann aus der Deckung getraut. Zwar fallen in vertraulichen Gesprächen immer mal wieder Namen, aber offiziell bestätigen will dies niemand. Auch von demjenigen, dem allseits die größten Chancen eingeräumt werden, ist nichts zu hören. Heiner Wehmeier, Chef der FWG-Fraktion, habe beruflich andere Perspektiven, sagen Leute, die ihm näher stehen.

Die SPD stellte bei den vergangenen Direktwahlen immer einen Kandidaten. 1999 konnten die Sozialdemokraten mit Rolf Schließmann sogar den Wahlgewinner ins Rathaus entsenden. Aber auch der SPD ist vier Monate vor der Wahl noch kein Name zu entlocken. Der für Öffentlichkeitsarbeit im Parteivorstand zuständige Karl-Erwin Franz sagt: „Es ist noch alles im Fluss.“ Nach der hektischen Vorweihnachtszeit kehre bald etwas mehr Ruhe ein und „es gibt Zeit für Gespräche“. Dass die Zeit drängt, sieht Franz nicht und verweist auf die oberste Staatsebene: Auch den Kandidaten für das Bundespräsidentenamt habe die SPD erst wenige Monate vor der Wahl präsentiert.

Maria Luise Niemetz wird da schon etwas konkreter. „Wir sind in der Findungsphase“, sagt die Fraktionsvorsitzende der CDU und fügt hinzu, dass man sich in Gesprächen mit FWG und SPD befindet, um möglicherweise einen gemeinsamen Kandidaten zu nominieren. „Wir haben in den nächsten Jahren ganz viel vor der Brust“, sagt Niemetz, „da ist es wichtig, dass ein Bürgermeister sich auf eine möglichst breite Basis im Parlament stützen kann.“

Gemeinsame Suche

Zu den Namen, die hinter vorgehaltener Hand genannt werden, gehört der des Stadtverordnetenvorstehers Marcus Dittrich. Doch auch der FWG-Mann bestätigt nur, dass FWG, CDU und SPD auf gemeinsamer Suche sind. Dass er selber im Zentrum dieser Suche stehen könnte, will Dittrich nicht bestätigen. Er ist allerdings zuversichtlich, dass vielleicht Anfang des neuen Jahres ein Ergebnis präsentiert werden kann.

Außen vor bleibt bei den trilateralen Gesprächen nur einer: Florian Kohlweg. „Dass es solche Gespräche ohne uns gibt, verurteile ich“, sagt der AfD-Fraktionschef. Das sei keine demokratische Gepflogenheit. Kohlweg verweist auf „das sehr gute Abschneiden“ bei der Kommunalwahl. Daraus könne die AfD die Berechtigung ableiten, auch bei der Bürgermeisterwahl mitzureden. „Wir sind als Korrektiv gewählt worden und halten uns bis zuletzt die Option offen, einen eigenen Kandidaten zu benennen.“ Der müsse unabhängig sein und sich „unseren fortschrittlichen Ansichten nicht verschließen“. Auf Stadtverordentenvorsteher Marcus Dittrich treffe das leider nicht zu, sagt Kohlweg.

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