Mangel an Betreuungsplätzen

Container sind für Kindergärten keine Dauerlösung

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Sie haben ihren Platz in der Kita Arche Noah: Bis zu 30 weitere Kinder sollen noch auf der Warteliste für die beiden Einrichtungen in Karlshafen und Helmarshausen stehen. Träger ist die evangelische Kirche, die Stadt trägt den größten Teil der Kosten. Unser Foto mit Kita-Leiterin Claudia Cöster (Mitte) und anderen Erzieherinnen entstand beim Kartoffelfest im September.

Bad Karlshafen will jetzt die Probleme mit fehlenden Kindergartenplätzen angehen. Im nächsten Jahr sollen zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden.  

In der Sitzung am Dienstagabend beauftragten die Stadtverordneten den Magistrat, bis zum Februar die von der evangelischen Kirchengemeinde gemachten Vorschläge zur Erweiterung der Kapazitäten zu prüfen und daraufhin dem Parlament konkrete Vorschläge auf den Tisch zu legen.

Dem von der SPD als Dringlichkeitsantrag eingebrachten Beschlussvorschlag stimmten alle Stadtverordneten zu. Ergänzt wurde er um den Passus, dass auch der tatsächliche Bedarf ermittelt werden muss. Denn dazu, wieviel zusätzliche Betreuungsplätze am Ende tatsächlich benötigt werden, gibt es unterschiedliche Angaben.

Karl-Erwin Franz, der für die SPD den Antrag einbrachte, erklärte, dass es zwar „beklagenswert“ ist, dass im Sommer ein Brief von Pfarrer Daniel Fricke an die Stadt vom Bürgermeister nicht an die Stadtverordneten weitergeleitet worden war. „Ein Skandal“, zu dem die AfD dies machen wolle, sei dies aber nicht.

Pfarrer schon im Juni aktiv

Bereits im Juni hatte Fricke auf fehlende Betreuungsplätze in den Kindergärten in Karlshafen und Helmarshausen hingewiesen. In einem weiteren Schreiben von vergangener Woche schlug der Pfarrer alternative Lösungen vor. So könnten im Gemeindehaus der Stephanuskirche Kindergarten-Plätze eingerichtet werden oder in der Zehntscheune in Helmarshausen. Diese Vorschläge seien nun auf Realisierbarkeit zu prüfen, sagte Franz. Ebenso wie Fricke sehe auch die SPD im Aufstellen von Containern keine Dauerlösung.

Florian Kohlweg, der für die AfD reklamiert, als erste auf die Problematik aufmerksam gemacht zu haben, sagte, dass die Stadt sechs Monate Zeit verloren habe, „weil der Bürgermeister uns Stadtverordenten das Schreiben der Kirchengemeinde vorenthalten hat“. Das sei nicht nachzuvollziehen, „wo doch das Kita-Thema das wichtigste in unserer Stadt sein sollte“.

Claudia Ziegler (CDU) wies indes darauf hin, dass bereits am 13. Oktober im Präventionsrat, in dem alle Fraktionen sitzen, die Problematik ausgiebig diskutiert worden sei. Zudem seien fünf der acht Plätze, die in Trendelburg für Karlshafener Kinder reserviert sind, nicht in Anspruch genommen worden. CDU-Fraktionsvorsitzende Maria Luise Niemetz forderte, dass bei der Schaffung neuer Plätze vorausschauend vorgegangenen werden müsse. Sie wies auf das Beispiel der ehemaligen Kita am Mittelberg in Helmarshausen, die aufgrund zurückgehender Kinderzahlen letztlich geschlossen werden musste und die Immobilie von der Stadt nur mit Verlust veräußert werden konnte. Das dürfe nicht wieder passieren.

Dorothee Römer (FWG) merkte an, dass bei aller Problematik doch eines zu beachten sei: „Es ist doch toll, dass wir inzwischen wieder so viele Kinder in unserer Stadt haben.“

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