Ähnlich konstruiert wie Bad Reichenhall

Dach einsturzgefährdet: Kirche in Bad Karlshafen wird geschlossen

Die Stephanuskirche wurde 1962 gebaut. Heute ist das Dach nicht mehr standsicher.
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Die Stephanuskirche wurde 1962 gebaut. Heute ist das Dach nicht mehr standsicher.

Die Stephanuskirche in Bad Karlshafen muss auf unbestimmte Zeit geschlossen werden. Das Dach ist einsturzgefährdet.

Die Dachkonstruktion des 1962 eingeweihten Baus ist statisch angegriffen. Zum Erntedankgottesdienst am 6. Oktober soll die Kirche vorerst das letzte Mal geöffnet werden. Die von der Kirchengemeinde beauftragten Statiker und Architekten sowie die landeskirchliche Bauberatung seien sich einig gewesen, dass man für die Standsicherheit des Daches keine uneingeschränkte Garantie mehr geben könne, teilte Pfarrer Daniel Fricke auf Anfrage unserer Zeitung mit. 

Bereits vor drei Jahren hätten Untersuchungen ergeben, dass die im Dachstuhl eingesetzten Leimbinder von aufsteigendem Kondenswasser angegriffen worden seien. Fricke weist darauf hin, dass das Kirchendach ähnlich konstruiert sei wie das Dach der Eishalle in Bad Reichenhall, das im Januar 2006 einstürzte und 15 Menschen das Leben kostete.

Bad Karlshafen: Zunächst nur Kirchenraum gesperrt

Die Sperrung betreffe zunächst nur den Kirchenraum an sich. Inwieweit der Gemeindesaal und das Untergeschoss, wo die Bad Karlshafener Tafel zuhause ist, ebenfalls betroffen seien, werde im Laufe des Oktober geprüft, so Fricke. Der Pfarrer stellt sich darauf ein, dass „wir eine wandernde Gemeinde werden“. 

Zurzeit sei unter anderem die Kapelle im Invalidenhaus als Ersatz im Gespräch. Die Stadt Bad Karlshafen bietet der evangelischen Gemeinde indes an, den Landgrafensaal oder den Gästeraum im Rathaus nutzen zu können.

Schäden am Kirchendach in bad Karlshafen seit 2016 bekannt

Dass die Dachkonstruktion der Stephanuskirche angegriffen ist, ist seit 2016 bekannt. Damals stellte ein Gutachten fest, dass das Dach nicht mehr uneingeschränkt für größere Wind- und Schneelasten ausgelegt ist. Seitdem arbeite der Kirchenvorstand mit einem Architekturbüro zusammen. 

Einer zwischenzeitlich gefundenen baulichen Lösung habe auch die Landeskirche zugestimmt. „Doch die Landeskirche ist nicht immer konstruktiv mit uns umgegangen und hat Zeit vertrödelt“, kritisiert Fricke. Aus Frustration darüber hätten zwei Kirchenvorsteher ihr Amt niedergelegt.

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