Dach der Wesertherme in Bad Karlshafen ist faul

Noch schwebt der Kran über dem Dach der Wesertherme: Aber in dieser Woche werden die Reparaturarbeiten eingestellt. Im Frühjahr sollen sie fortgesetzt werden. Fotos: Henke

Bad Karlshafen. Am Dach der Wesertherme in Bad Karlshafen sind weitere Schäden festgestellt worden. Der Holzbinder, auf dem die Dachkonstruktion im Traufbereich aufliegt, ist an einer der acht Ecken durchgefault.

Da an dem Bauteil die Standfestigkeit nicht mehr gesichert war, sind jetzt provisorisch Metallstützen eingebaut worden. Darüber hat Bürgermeister Ullrich Otto die Stadtverordneten in der Sitzung am Dienstagabend informiert.

Die erst vor kurzem festgestellten Schäden seien auf konstruktive und bauphysikalische Mängel zurückzuführen. „Wir mussten auch hier feststellen, dass bereits beim Bau der Therme unsachgemäß gearbeitet wurde“, so Otto. Solche Mängel zögen sich „wie ein roter Faden durch das ganze Gebäude“, wies der Bürgermeister zum wiederholten Male darauf hin, dass beim Bau des 20-Millionen-Bades vor elf Jahren nicht immer mit der erforderlichen Sorgfalt gearbeitet worden ist.

Die Wesertherme ging im Dezember 2004 in Betrieb. Seitdem mussten schon mehrfach umfangreiche Sanierungs- und Reparaturarbeiten ausgeführt werden. Derzeit ist es die Dachhaut, an der die korrodierten metallenen Befestigungsschienen ersetzt werden müssen. Bis zu dieser Woche war etwa die Hälfte des Daches repariert worden. Die Arbeiten werden jetzt unterbrochen und sollen im nächsten Frühjahr fortgesetzt werden.

Bislang waren für die Dachsanierung insgesamt 711 000 Euro eingeplant worden. Doch diese Summe wird aufgrund des neu entdeckten Fäulnisschadens nicht ausreichen. „Das wird wieder eine richtig teure Angelegenheit“, befürchtet Bürgermeister Otto.

Der neue Schadensfall wird darauf zurückgeführt, dass das sich unter dem Dach ansammelnde Kondenswasser nicht richtig ablaufen konnte und über Jahre auf den tragenden Holzbinder lief.

Für die Ingenieurleistungen zur statischen Sanierung der Dachkonstruktion aus Leimholzbindern hat der Magistrat bereits 6400 Euro frei gegeben. Der Auftrag wurde an die Firma RBS Ingenieure in Kassel vergeben. Die Firma erhielt darüber hinaus den Zuschlag für ein Konzept zur Herstellung des Feuchte- und Holzschutzes zum Preis von 5117 Euro.

Weil die Stadt als Eigentümerin der Wesertherme wisse, dass Baumängel vorhanden sind, „schauen wir gezielt und sukzessive alle Bauteile nach“, sagt Bürgermeister Otto. Glücklicherweise sei durch die Anbringung der Metallstützen die Statik nicht beeinträchtigt. „Die Sicherheit der Badegäste ist in keiner Weise gefährdet“, stellt er klar.

Weil der Bau der Therme schon über zehn Jahre zurückliegt, sind mögliche Gewährleistungsansprüche verjährt. Zudem existiert die damalige Generalunternehmerin Alpine Bau nicht mehr, sie ist längst pleite.

Doch ungeachtet aller baulichen Probleme erfreut sich das Bad nach wie vor großen Zuspruchs. Auch für dieses Jahr werden wieder um die 250 000 Badegäste erwartet, sagt Betriebsleiterin Martina Abel.

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