Dittrich (FWG) neuer Parlamentschef, AfD stellt Vize

Rathaus in Bad Karlshafen: Dort konstituierte sich am Dienstag das neue Parlament. Es gab dabei Überraschungen. Archivfoto: Thiele

Bad Karlshafen. Mit einer Überraschung ist am Dienstagabend die Bad Karlshafener Stadtverordentenversammlung in die neue Wahlperiode gestartet.

Nicht die im Vorhinein als sichere Kandidatin für den Parlamentsvorsitz gehandelte Maria Luise Niemetz (CDU) steht in den nächsten Jahren den Stadtverordneten vor, sondern Marcus Dittrich von der FWG.

Dass es auf ihn zulaufen sollte, sei erst am Dienstag, kurz vor Beginn der Sitzung, klar geworden, sagte Dittrich im Gespräch mit unserer Zeitung. „Das Amt kam auf mich zu“, so der 35-Jährige. Den Weg für ihn frei gemacht hatte, Maria Luise Niemetz. Sie sei in den vergangenen Tagen zu der Überzeugung gelangt, dass es Zeit für einen Generationswechsel an der Spitze des Parlaments sei, sagte Niemetz, die zehn Jahre lang das Amt der Stadtverordnetenvorsitzenden inne gehabt hatte. „Ich klebe nicht an dem Amt und bin nicht unglücklich, wenn ich künftig mehr Zeit für Kinder und Enkelkinder habe“, so die 64-Jährige. Zudem habe die FWG mit Marcus Dittrich einen überzeugenden Personalvorschlag machen können.

Die neu in die Stadtverordnetenversammlung eingezogene AfD hatte Karl-Erwin Franz für den Vorsteherposten vorgeschlagen. Doch in der Sitzung gab dieser bekannt, dass er nicht zur Verfügung stehe. Und so stand Dittrich schließlich als einziger Kandidat auf dem Stimmzettel zur geheimen Wahl. Diese hatten die AfD und Stadtverordnete der SPD beantragt. Mit 14 Ja-Stimmen wurde Dittrich dann bei drei Gegenstimmen zum neuen Stadtverordnetenvorsteher gewählt. Wenngleich die Wahl Dittrichs von den meisten nicht vorhergesehen worden war, fand sie im Nachhinein dann doch deutliche Zustimmung - sowohl in den Reihen von FWG, CDU und SPD als auch bei den zahlreich anwesenden Bürgern.

Ganz anders die Situation dann bei der Wahl der zwei Stellvertreter. Hier hatte die FWG ihren Vorsitzenden Heiner Wehmeier und die CDU Maria Luise Niemetz nominiert. Die AfD schlug Florian Kohlweg vor. Die SPD verzichtete auf einen eigenen Vorschlag. In der ebenfalls geheimen Abstimmung fiel dann allerdings nicht Kohlweg, sondern Niemetz durch. Auf die CDU-Frau entfielen vier Stimmen, auf Wehmeier sieben und auf Kohlweg sechs Stimmen - er muss also vier Stimmen von anderen Fraktionen bekommen haben. Damit war neben dem FWG-Fraktionschef Heiner Wehmeier auch der Vorsitzende der AfD gewählt.

„Pakt mit dem Teufel“

Von der CDU war die SPD-Fraktion als diejenige ausgemacht, die den Chef der bundesweit als rechtspopulistisch geltenden AfD in das herausgehobene Amt gehievt hatte. „Kohlweg ist mit den Stimmen der SPD gewählt worden“, sagt Maria Luise Niemetz und fügt hinzu: „Das ist der Pakt mit dem Teufel.“ SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Löschner hält das für reine Mutmaßung. „Die Wahl war schließlich geheim.“

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