60000 Besucher fehlen

Einbußen für die Wesertherme in Bad Karlshafen

Drei Personen stehen unter dem großen Glaskuppeldach der Wesertherme in Bad Karlshafen
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Seit 1. Juli wieder geöffnet: Bürgermeister Marcus Dittrich (von links), Martina Abel und Rainer Kowald in der Wesertherme in Bad Karlshafen.

Rund 250 000 Besucher zählte die Bad Karlshafener Wesertherme in den vergangenen JahrenAufgrund der coronabedingten Zwangspause fehlen 2020 etwa 60000 Badegäste.

Bad Karlshafen - Wegen der nach wie vor geltenden Abstandsregeln dürfen sich auch aktuell nur 170 Badegäste und 100 Saunagäste gleichzeitig in der Therme aufhalten.

Schaden im Fünf-Prozent-Becken

Zehn Tage vor der Wiedereröffnung wurde zudem noch ein größerer Schaden im Fünf-Prozent-Becken des Bades festgestellt. Undichte Anschlüsse sind daran Schuld. Zwischen Bodendüsen und Zulaufrohr war über die Jahre Sole in den Estrich und unter die Fliesen gedrungen. Mittlerweile ist der Estrich auf halber Beckenfläche bereits ausgebaut. Mit Betonuntersuchungen wird festgestellt, ob auch der Stahlbeton des Beckenbodens beschädigt worden ist.

Die Arbeiten zur Schadensbehebung finden aufgrund des Baulärms nur nachts statt, sie dauern voraussichtlich noch zwei Wochen. Die Stadt geht davon aus, dass die Versicherung die Schadenskosten übernehmen wird. Für Martina Abel kommt es darauf an, „dass jetzt alles richtig und dicht gemacht wird, damit man nicht bald von Neuem anfangen muss.“

1,2 Millionen Euro Umsatzverlust

Während des viermonatigen Stillstands musste der technische Betrieb des Bades weiterlaufen. „Man kann eine solche Anlage nicht einfach runterfahren“ sagt Bad Karlshafen GmbH-Geschäftsführer Rainer Kowald, „sonst würde sich später nichts mehr andrehen lassen.“ Die Zwangspause hat zu einem Umsatzverlust von 1,2 Millionen Euro geführt. Neben dem Ausfall der Therme brachen die Umsätze im Massage- und im Gastro-Bereich weg. Zwar habe durch die Eigenleistungen einiges kompensiert werden können, aber ein stattlicher Verlust bleibe.

Wie viele andere Bäder und Kureinrichtungen hoffen Stadt und GmbH, dass die Politik auch solchen Betrieben noch finanziell unter die Arme greift. Es sei kaum nachvollziehbar, dass vielen anderen Wirtschaftszweigen so großzügig mit Milliardensummen geholfen werde, aber Bäder, die auch einen wichtigen Gesundheitsdienst für die Bevölkerung leisteten, nicht bedacht werden, sagt Rainer Kowald. Der Geschäftsführer gibt die Hoffnung nicht auf: „Vielleicht tut sich da noch was. Gespräche in dieser Richtung werden geführt.“

Erster Kredit von der Stadt

Um die Liquidität aufrecht erhalten zu können, hat der Magistrat der Wesertherme Bad Karlshafen einen Kredit von 200 000 Euro gewährt. „Das war übrigens das erste Mal, dass die Stadt der Therme finanziell beispringen musste“, sagt Bürgermeister Marcus Dittrich, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Bad Karlshafen GmbH ist. Dessen ungeachtet bleibt es bei den 800 000 Euro, die die Stadt jährlich für den Zins- und Tilgungsdienst aufbringen muss.

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