Kandidatenporträts zur Wahl in Bad Karlshafen

Eine Frau der Zahlen: Petra Werner will Bürgermeisterin werden

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Petra Werner zieht es zurück nach Bad Karlshafen: Sie liebt die Landschaft und Natur, von denen Bad Karlshafen umgeben ist. Vom Balkon der Wohnung ihrer Mutter am Sollingrand hat sie einen schönen Blick aufs Wesertal.

Bad Karlshafen. Die meiste Zeit ihres Lebens hat Petra Werner in Großstädten verbracht. Doch nun zieht es die 53-Jährige wieder zurück nach Bad Karlshafen - um Bürgermeisterin zu werden.

Hamburg, Kassel, Offenbach waren ihre Stationen. Jetzt will sie wieder in die nordhessische Provinz. Dorthin, wo sie eine „glückliche Kindheit und tolle Jugendzeit“ verbracht hat. Petra Werner will den Chefsessel im Rathaus erobern und die erste Bürgermeisterin in der Geschichte der Stadt werden.

Die Diplom-Ökonomin fühlt sich aufgrund ihres beruflichen Hintergrunds in der Lage, die Stadt voranzubringen und ihr ein Stück weit aus dem finanziellen Schlamassel zu helfen. „Die Stadt hat in der Vergangenheit immer mehr ausgegeben, als sie eingenommen hat“, erkennt die Ökonomin, die beruflich viel mit Kostenrechnung, Buchführung und Qualitätsmanagement zu tun gehabt hat. Werner hat daher nichts dagegen, wenn man sie als eine Frau der Zahlen bezeichnet.

Als Beraterin für kleine und mittlere Unternehmen hat sie geholfen, Firmen aus wirtschaftlichen Schieflagen zu manövrieren. In einer ähnlichen Situation, wie sie sie aus der Privatwirtschaft kennt, sieht sie auch Bad Karlshafen. Die Stadt, die bis in die 1960er- und 70er-Jahre noch einen durchweg gepflegten Zustand auf Besucher und Einheimische gemacht habe, biete heute ein teilweise „erschreckendes Bild“.

Chance im Gewerbe

Auf der anderen Seite aber habe Bad Karlshafen mit seinen zwei Stadtteilen noch „so viel Charme und Potenzial, die gute Chancen eröffnen.“ Aufgrund der „wunderschönen Natur“ sieht Werner diese natürlich im Tourismus, aber auch im gewerblichen Bereich. Ein neues Gewerbegebiet sei zwar schwierig, aber nicht unmöglich – zumal, wenn man es mit Nachbarn versuche. „Wenn auch junge Leute hier noch eine Zukunft haben sollen, dann müssen wir uns um Arbeitsplätze kümmern“, sagt Werner, „denn daran hängt auch Lebensglück“. Als Bürgermeisterin werde sie deshalb „aktiv um Unternehmen werben“.

Werner, die beides kennt – das Leben in der Großstadt und auf dem Land – hat erkannt, dass sich nicht alles auf die Ballungsräume konzentrieren muss. So biete das Leben außerhalb der Städte aufgrund der geringeren Lebenshaltungskosten auch unter ökonomischen Gesichtspunkten Vorteile. Werner: „Und für Kinder ist es sowieso ideal, auf dem Land aufzuwachsen.“

Was Bad Karlshafen bisher gefehlt hat, war „ein schlüssiges Gesamtkonzept“, sagt die Kandidatin. Die geplante Hafenöffnung allein helfe da nicht weiter, klingt bei ihr die Skepsis an Großprojekten allgemein durch. Denn da würden öffentliche Gelder oft für Prestigebauten ausgegeben, ohne nachhaltig zu wirken. Viel wichtiger sei es dagegen, ein paar Dinge „gut ins Laufen zu bringen“. Werner: „Dann werden auch die Bürger zufriedener.“

HNA-Lesertreff zur Bürgermeisterwahl: Donnerstag, 27. April, 19.30 Uhr, Kursaal.

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