Kandidatenporträts zur Wahl in Bad Karlshafen

Er will harten Sparkurs: Marcel Maier will Bürgermeister werden

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Lebt zwar in München, doch sein Herz gehört seiner Heimatstadt Bad Karlshafen: Marcel Maier will am 7. Mai Bürgermeister werden.  

Bad Karlshafen. Obwohl Marcel Maier zurzeit noch in München lebt und arbeitet, zieht es ihn regelmäßig in seine Heimatstadt Bad Karlshafen. Hier will der 37-jährige Bürgermeister werden, hier fühlt er sich zu Hause.

„Immer wenn ich heimkomme, kann ich endlich frei durchatmen und die Großstadt hinter mir lassen“, sagt Maier, der sich selbst als Karlshafener Kindl bezeichnet.

Doch es begleiten ihn nicht nur positive Gefühle, wenn er seine Heimat besucht. „Ich sehe, wie die Stadt stückweise stirbt, das tut mir immer mehr weh. Nun will ich nicht mehr nur darüber reden, sondern auch handeln“, begründet Maier seine Kandidatur für das Amt.

Nach München hat ihn die Arbeit gezogen. Dort ist er in der Verwaltung eines freien Trägers der Jugendhilfe tätig und für Einkauf, Verwaltung zweier Küchen und Hauswirtschaft, Arbeits- und Gesundheitsschutz zuständig. Dass er keinerlei politische Erfahrung vorweisen kann, sieht der parteilose Maier nicht als Problem. „Ich gehe weder gebunden noch gestützt in das Rennen um das Bürgermeisteramt und warte einfach ab, was kommt.“

Kaufmann und Koch gelernt

Und obwohl er in der Verwaltung arbeitet, sagt der 37-Jährige über sich selbst: „Der typische Verwalter bin ich nicht.“ Denn auch im Beruf ist er ein Mann, der „die Arbeit nicht scheut und lange Tage gewohnt ist“. Ursprünglich gelernt hat er nämlich Kaufmann im Einzelhandel und später Koch. In beiden Berufen arbeitete er mehrere Jahre auf Chefposten, unter anderem als Leiter eines Lebensmittelmarktes.

Das ist auch der Grund, warum ihm die Nahversorgung von Bad Karlshafen besonders am Herzen liegt. „Wir müssen Geschäfte in die Stadt bekommen, damit die Bürger versorgt werden können. Hier kommt man weder einen Knopf, noch einen Reißverschluss. Das wird eines meiner Kernaufgaben sein, wenn ich Bürgermeister werden sollte.“ Ein großer Wunsch von vielen sei zum Beispiel die Ansiedlung eines Drogeriemarktes. „Aus meiner beruflichen Erfahrung weiß ich aber, dass die Umsetzung schwierig wird“, schränkt er ein.

Für Meier gehört die Verbesserung der Nahversorgung außerdem zum „Komplettpaket Hafenöffnung“. Das Projekt sei nicht das Allheilmittel und könne allein nicht viel an den Problemen Bad Karlshafens ändern.

Um zumindest die finanzielle Situation zu verbessern, will Maier „einen harten Sparkurs“ fahren. „Wir müssen uns von Dingen trennen, die defizitär sind und sich die Stadt nicht leisten kann.“ Als Beispiel nennt er das Weserschiff Hessen. „Dabei habe ich keinen Blick für ideelle Werte, sondern sehe mir die Zahlen, Daten und Fakten an. Danach entscheide ich.“

Der möglichen zu erwartenden Kritik, Bad Karlshafen kaputtzusparen, nimmt er vorweg: „Das Argument kenne ich und stimme ihm auch eingeschränkt zu. Aber wir müssen uns trotzdem von überflüssigem Ballast trennen.“

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