Erste Flüchtlinge in Karlshafen erwartet

Bad Karlshafen. Die Stadt Bad Karlshafen wird noch in diesem Monat Standort für eine Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises für Flüchtlinge.

Im früheren Hotel Schöneck werden zunächst 30 Asylsuchende einziehen. Damit sind in fast jeder Gemeinde der Nordspitze Flüchtlinge untergebracht, nur in Reinhardshagen und Liebenau noch nicht.

Bis Ende des Jahres könnte die Zahl der untergebrachten Flüchtlinge in Bad Karlshafen auf 120 steigen, denn auch die ehemalige Jugendherberge ist noch im Gespräch. Kreissprecher Harald Kühlborn macht klar, dass dies für Karlshafen dann vorerst die Obergrenze wäre: „Wir bestimmen die Zahl der Asylbewerber nach der Größe der Kommune.“ Aufnahmepotenzial habe auf jeden Fall noch die Stadt Hofgeismar, die bisher mit 40 Asylsuchenden in der Manteuffel-Anlage nur wenige Flüchtlinge beherbergt.

Insgesamt hat die Nordspitze bisher einen vergleichsweise geringen Anteil der Flüchtlinge aufgenommen: Von 1300 im Landkreis Kassel sind nur 170 im Kreisteil untergebracht. Bis Ende des Jahres werden im gesamten Landkreis 1800 Asylsuchende erwartet. Die Flüchtlinge in der Erstaufnahme auf dem Flugplatz sind nicht eingerechnet, sie werden vom Land betreut.

Die Bereitschaft von Kommunen und Eigentümern, Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, sei weiterhin hoch, sagt Kühlborn. Es sei allerdings nicht alles finanziell umsetzbar. Daher sei die Suche nach neuen Unterkünften harte Arbeit.

Als vorbildlich gilt weiter das Verhältnis von Betreuern zu Flüchtlingen: Auf 50 Asylsuchende kommt ein Sozialpädagoge. In Süddeutschland beispielsweise betreut in manchen Landkreisen eine Fachkraft 500 Flüchtlinge.

Die Finanzierungssituation im Kreis hat sich nur ein wenig gebessert: Aktuell legt der Kreis bei jedem Flüchtling 140 Euro pro Monat drauf.

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