Flüchtlinge freuen sich aufs deutsche Osterfest

Leben derzeit in Haus Schöneck in Bad Karlshafen: Fadi Aljabi und Halima Sharro aus Syrien sowie die Jesidin Amira Schammo aus dem Irak (von links) freuen sich auf ihr erstes deutsches Osterfest. Foto:  Temme

Bad Karlshafen. Das reichliche Angebot an Schokoladen-Osterhasen und bunt gefärbten Eiern in deutschen Supermärkten ist auch den Augen der Flüchtlinge nicht entgangen.

Sowohl für Fadi Aljabi aus Syrien, als auch die irakische Jesidin Amira Schammo sind die farbenfrohen Eier nichts Neues, denn auch in ihrer Heimat gibt es diese zur Osterzeit.

„Bei uns in Syrien leben Moslems und Christen friedlich miteinander - Eier aus Schokolade oder Hasen gibt es auch bei uns jetzt zu kaufen“, sagt der 40-jährige Moslem. Da viele seiner Freunde dem christlichen Glauben angehörten, sei Ostern für ihn nichts Ungewöhnliches. In seiner Heimat hat der Sänger das Osterfest normalerweise bei einem Freund verbracht, wo traditionell ein Truthahnbraten auf den Tisch kam.

Freuen sich auf die Eiersuche: Die Zwillinge Maryam und Bassam Aljabi aus Syrien werden das erste Mal Ostereier suchen.

Wer für andere an Ostern ein Fest ausrichten muss, wird unter den syrischen Christen gerne mit einem Ei ausgespielt. „Dafür ditschen wir zwei hart gekochte Eier so lange aneinander, bis eine der Schalen zerplatzt“, berichtet der Sänger. Derjenige, der das kaputte Ei hat, müsste dann für alle das Fest ausrichten.

Eiersuchen, wie es in Deutschland Brauch ist, kennt der Syrer nicht. Erstmals will er das nun mit seinen beiden Kindern in Helmarshausen auf der Krukenburg erleben. „Ich bin sehr gespannt, wie es hier in Deutschland ausgerichtet wird.“

Bunte Eier sind auch für die Irakerin Amira Schammo etwas Vertrautes. Diese würden sie allerdings wegen ihres Neujahrsfestes einfärben, was ebenfalls zur jetzigen Zeit stattfände. „Schokoladeneier und Hasen gibt es allerdings bei uns nicht - das habe ich zum ersten Mal in Deutschland gesehen“, erklärt die 22-Jährige. Auch weitere Bräuche wie Osterfeuer oder -nester sind der Jesidin nicht bekannt.

„Bei unserem Neujahrsfest gibt es vor allem gutes Essen, wobei Lamm und Speisen aus hart gekochten Eiern vorkommen.“ Ähnlich wie der Syrer, ist auch die junge Frau gespannt, wie hier Ostern gefeiert wird.

Von Mitbewohnern aus Haus Schöneck, in dem sie in Bad Karlshafen untergebracht sind, weiß die Studentin, dass der Karfreitag in Afghanistan nicht unbedeutend ist. „Leute bei uns im Haus erzählten mir, dass es ein sehr stiller Tag sei, da auch die Moslems vom Leidensweg Jesu wissen.“ Außerdem sei es dort Brauch, ein süßes Reisgericht an andere zu verschenken.

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