Polizei stuft Vorfall als gefährlich ein

Schüsse auf Kirchturm in Bad Karlshafen? Fotograf entdeckt Löcher im Putz

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Verdächtige Löcher: Sollte hier jemand mit einem Gewehr auf den Bad Karlshafener Kirchturm geschossen haben, wäre das ein lebensgefährliches Unterfangen.

Bad Karlshafen. Für Irritationen sorgen jetzt entdeckte Löcher im Kirchturm der evangelischen Stephanuskirche in Bad Karlshafen.

Mindestens sechs Löcher mit abgeplatztem Putz rundherum lassen Kirche und Polizei rätseln, ob möglicherweise ein noch unbekannter Schütze mit einem Gewehr in der Stadt geschossen und den Turm als Ziel anvisiert hat. 

In Bewegung kam die Angelegenheit, als Jürgen Bunk ein neues 600-Millimeter-Objektiv ausprobierte und dabei von seinem Balkon im Obergeschoss in der Altstadt verschiedene Objekte fotografierte, darunter auch den Kirchturm. Dabei fielen ihm die verdächtigen Beschädigungen an der Nordostseite auf.

Entdecker der Löcher: Jürgen Bunk.

„Ich würde die Löcher im Putz als Einschusslöcher ansprechen. Wie sonst sollen in dieser Höhe derartige Löcher entstehen?“ erklärte er dazu. Zu dieser Beobachtung passe, dass er gegen Ende Januar Explosionen gehört hatte, die er spontan als Schüsse einstufte. Allerdings war ihm nicht klar, woher sie stammen könnten. Er hatte an einem Tag zwei bis dreimal ein Knall, und an einem anderen Tag nochmal dieselbe Anzahl gehört. Bunk: „Ich hatte das zunächst als verspätete Silvesterböller abgetan. Doch sollten das tatsächlich Einschüsse sein, dann wäre das kein Jux mehr. Denn bei dem Kaliber würden Geschosse, die nicht dort, sondern bei Personen eingeschlagen wären, für diese tödlich sein“.

Die Vermutung, es könnten Bauarbeiten im Inneren des Kirchturms die Ursache sein, weil ein zu langer Bohrer eingesetzt wurde, verneinte Pfarrer Daniel Fricke. Er war selbst von der Nachricht überrascht und versuchte mit einem Fernglas die Spuren näher zu erspähen. Der Turm benötige zwar einen neuen Anstrich, doch die Substanz des 1960 bis 1962 erbauten Bauwerks sei nach Worten eines Architekten noch so gut, das der Putz sicher nicht von alleine herausfalle. Man müsse das prüfen. Weil der Schadensort nicht zugänglich ist ohne Ausbau der Schalluken oder einen extra hohen Hubsteiger sollen die Schäden erst bei einer Generalsanierung des Turmes behoben werden. Falls es sich um eine mutwillige Beschädigung handelt, will die Gemeinde Anzeige erstatten und hofft jetzt auf sachdienliche Hinweise (05672/925063).

Auch die Polizei stuft den Vorfall als gefährlich ein und wird ihn näher untersuchen, wie Polizeipressesprecher Matthias Mänz gestern sagte. Falls in den Löchern Projektile gefunden würden, sei es sicher möglich, aus dem Kaliber und der Schussrichtugn ungefähr den Standort des Schützen zu ermitteln. Doch ohne weitere Untersuchungen lasse sich dazu noch nichts sagen. Die Ermittlungen sollen nun aufgenommen werden.

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