Weihnachtsbäckerei von der Krukenburg wurde Verkaufsschlager

Gefragter Stollen aus dem Burgkeller

Zwei Männer kommen aus einem Kellereingang.
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Im Mainzer Keller lagerte der Stollen mindestens vier Wochen lang. Rainer Kowald (links) stattete mit Wolfram Ziegert dem eingelagerten Gebäck zwischendurch einen Besuch ab.

Ein Hit ist der Christstollen, der aus dem Keller der Krukenburg geholt wird.

Bad Karlshafen/Helmarshausen – Weniger als 300 Gramm Mehl, mindestens 200 Milliliter Rum und jede Menge Trockenfrüchte und Nüsse. Aus solchen Zutaten besteht der Krukenburg-Stollen, der dieses Jahr in die zweite Runde ging. Nach vierwöchiger Reifezeit wurde er aus dem historischen Burgkeller des Mainzer Hauses geholt und – war dann sehr schnell ausverkauft.

Dass die Barockstadt einen eigenen Stollen hat, ist Rainer Kowald zu verdanken. Dem Chef der Bad Karlshafen GmbH war der Königssteiner Burgstollen bekannt, ein Erfolgsschlager, den er im Vorjahr den örtlichen Gegebenheiten anpasste. „Eigentlich sollten lokale Bäcker das Projekt übernehmen, aber da sich niemand bereit erklärte, haben wir unsere Konditorin von der Wesertherme ins Boot geholt“, berichtet der 79-Jährige.

Nach Dresdner Vorbild entwickelte Kerstin Monska „den Stollen, der nicht dick macht, denn ich habe alle Kalorien herausgebacken“, wie sie augenzwinkernd sagt. In ihrer kleinen Backstube in der Therme hat sie schon Ende September mit der Fertigung der weihnachtlichen Nascherei begonnen. Und das bedeutet viel Arbeit: „Da ich keine Backmischung verwende, braucht es seine Zeit“, verrät sie, mehr als zehn Stollen würden deshalb in einer Charge nicht entstehen.

Krukenburg-Stollenmacherin: Kerstin Monska hat in ihrer kleinen Konditorei in der Weser-Therme fast 600 Stollen gebacken.

Da der Krukenburg- Stollen beim Start im vergangenen Jahr in Kürze vergriffen war, wurde die Zahl diesmal von 250 auf fast 600 Stück zu 1200 Gramm für knapp 20 Euro erhöht.

Selbst davon war rasch nichts mehr übrig, viele Kunden hatten sogar vorbestellt. „Von Bayern bis nach Bremen verschicken wir unseren Krukenburg-Stollen“, sagt Kowald. Dass er geschmacklich einmalig ist, davon ist der Geschäftsführer überzeugt. „Im Mainzer Keller herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit, ein spezielles Klima.“ In Netze eingepackt reifte der Stollen dort vier bis sechs Wochen.

Dass der Reifeort wichtig ist, bestätigt auch Küchenchef Peter Klassen: „ Wir haben extra einige in unserer Kühlkammer reifen lassen, um einen Vergleich zu haben. Das Resultat war, dass der aus dem historischen Gemäuer anders und besser schmeckt.“ Auch Bürgermeister Markus Dittrich ist begeistert von dem regionalen Produkt: Das sei der guten Helmarshäuser Luft zu verdanken und eine schöne Werbung für die Region. Stolz ist Kowald zudem auf die Verpackung des Stollens, auf der die Burgruine abgebildet ist. Bei der ersten Verkostung waren sich auch die Mitglieder des Heimatvereins einig: Überhaupt nicht trocken und nicht zu süß. Ob Monska 2022 noch mehr Stollen als nun backen kann, ist fraglich. Die Grenze sei erreicht. (Tanja Temme)

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