Brückenöffnung mit Protest

Gegner von Atommülllager in Würgassen waren erste Nutzer

Ein Traktor mit zwei gelben Fässern fährt über die Weserbrücke.
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Jetzt rollt der Verkehr über die neue Weserbrücke: Mit Giftfässern auf ihren Traktorschaufeln waren die Gegner des Atommülllagers in Würgassen als erste Verkehrsteilnehmer zur Stelle, als die Brücke freigegeben wurde.

Nach zweijähriger Bauzeit ist die neue Weserbrücke zwischen Lauenförde und Beverungen fertig.

Beverungen/Lauenförde/Würgassen – Seit Mittwochnachmittag rollt der Verkehr über das 16,7 Millionen teure Bauwerk. Auch die neue ist wie die alte eine Stabbogenkonstruktion, deren mächtige Bögen die Ortsbilder von Lauenförde und Beverungen prägen.

Die Brücke ist eine wichtige Ost-West-Verbindung im Dreiländereck von Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen, sie führt die Bundesstraße 241 über den Fluss.

Ebenso wie beim Bau der Weserbrücke in Bad Karlshafen wurde auch hier die alte Brücke demontiert während nebenan die neue aufgebaut wurde. Anfang Mai wurde dann das neue Bauwerk in einem 18 Meter langen Querverschub auf die neuen Brückenpfeiler geschoben.

Coronabedingt hatte zur feierlichen Brückeneröffnung mit Einsegnung durch kirchliche Würdenträger der Landesbetrieb Straßen NRW neben den Bürgermeistern von Beverungen und Lauenförde nur Gäste aus Verwaltungen und Politik geladen. Beidseits der Brücke warteten unterdessen zahlreiche Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer, endlich wieder auf die andere Seite gelangen zu können.

Die Ersten, die die wiederhergestellte Verbindung zwischen Niedersachsen und NRW nutzten, waren Gegner der Pläne für ein zentrales Atommülllager in Würgassen.

Eine halbe Stunde, nachdem NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst mit Ehrengästen das Band durchschnitten hatte, setzte sich ein großer Konvoi mit weit über 100 Treckern, Autos und Fahrrädern über die Brücke hinweg in Bewegung. Aufgerufen dazu hatte die Bürgerinitiative „Atomfreies 3-Ländereck“.

Unter Anspielung auf die lange Brückenbauzeit lautete das Motto der Aktion „Was lange gärt, wird endlich Wut.“ Den an der Eröffnungsfeier beteiligten Bürgermeistern, Landräten und Abgeordneten sollte gezeigt werden, dass die Bevölkerung im Dreiländereck sich gegen die Atommüllpläne wehrt. „Wir haben die Gunst der Stunde genutzt“, sagte BI-Sprecher Dirk Wilhelm.

Da viele Politiker und Medien vor Ort gewesen seien, sei es wichtig gewesen, um auf die desolate Verkehrsanbindung aufmerksam zu machen, die ein Hauptargument gegen das Lager für mittel- und schwachradioaktive Abfälle in Würgassen sei. „Es war ein Zeichen in die richtige Richtung“, so Wilhelm. Auf einem der Transparente, das auf einem Treckeranhänger angebracht war, stand denn auch: „Lieber heute aktiv, als morgen radioaktiv.“

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