Nächste Woche kommt frisches Wasser

Der Hafen ein Algenteppich: Wasserpflanzen wuchern wegen Baustelle im Schleusenkanal

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Statt blau schimmert der Hafen derzeit grün: Sommerliche Temperaturen und nährstoffreiches Wasser haben zu einem enormen Algenwachstum geführt.

Das Hafenbecken in Bad Karlshafen gleicht in diesen Tagen wieder einem grünen Teppich. Fast über der gesamten Wasseroberfläche haben sich die Wasserpflanzen ausgebreitet.

Aktualisiert am 31. August 2019 - Der Anblick ist für die Bad Karlshafener nicht neu. Schon vor Beginn der Arbeiten zum Bau der Schleuse hatten Algen und Schilf den Hafen grün werden lassen. So ist es auch jetzt wieder.

Ursache dafür sind die Reparaturarbeiten im Schleusenkanal. Um den betreffenden Abschnitt unter der Weserstraßenbrücke trocken zu legen, musste der Zufluss aus der Diemel in den Hafen abgestellt werden. 

Phosphorgehalt ist zu hoch

Seitdem findet kein Wasseraustausch mehr im Hafen statt. Weil darüber hinaus die Schleuse vorübergehend nicht mehr betrieben werden kann, wird das Wasser nicht mehr bewegt. Still ruht der Hafen.

Baustelle im Schleusenkanal: Ein Damm hält das Weserwasser derzeit ab. Die abgetragene Sohle soll nächste Woche wieder mit Beton geschlossen werden.

Begünstigt wird das starke Algenwachstum auch durch die sommerlichen Temperaturen. Zudem sei vor der Absperrung des Diemelzuflusses nährstoffreiches Wasser in den Hafen gelangt, sagt Bürgermeister Marcus Dittrich. Wasseranalysen hätten ergeben, dass insbesondere der Phosphorgehalt zu hoch sei. Das wiederum sei auf die Unwetter zurückzuführen, die vor einigen Wochen viel Dünger belastete Oberflächenwässer in die Diemel laufen ließen.

Tierische Helfer müssen noch warten

Um das Hafenwasser etwas zu belüften, hat die Feuerwehr am Freitag eine zweite kleine Fontäne im Becken installiert. Die früheren tierischen Helfer gegen das Algenwachstum sind indes noch nicht wieder im Wasser. Die Teichmuscheln, die vor Beginn der Bauarbeiten entnommen worden sind, werden noch in Wülmersen zwischengelagert. Sie würden erst eingesetzt, wenn sich am Hafengrund wieder Sediment abgelagert hat, sagt Dittrich.

Karpfen, die in früheren Jahren als „Unterwassermäher“ fungierten, werden dagegen wohl nicht wieder eingesetzt. Sie würden bei den künftigen Schleusungen wohl mit in die Weser gespült werden.

Der Bürgermeister geht davon aus, dass bis kommenden Dienstag die Bauarbeiten im Kanal abgeschlossen werden können. Eine neue Betondecke soll dann die derzeitigen Löcher im Boden geschlossen haben. „Ich hoffe, dass wir ab Donnerstag dann wieder schleusen können“, sagt Dittrich. Spätestens dann soll frisches Diemelwasser wieder Sauerstoff in den Hafen und das Algenwachstum zum Erliegen bringen.

Erneuter Algen-Teppich im August 2019

Der im Mai eröffnete Hafen Bad Karlshafen ist erneut mit einem dicken Alpen-Teppich versehen. Völig überraschend kommt das nicht: Gewässerrestaurator Klaus-Stephan Schunke hatte bereits Anfang August vorhergesagt, dass die Algen wiederkommen werden.

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