Auftaktveranstaltung in Bad Karlshafen – 100 Gäste waren dabei

Hafenbaustelle: Begleitprogramm startete mit Barock im Treppenhaus

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Auftakt: Im Rathaus von Bad Karlshafen starteten die Treppenhauskonzerte, bei denen Christian Schäfer barocke Musik am Cembalo präsentierte.

Bad Karlshafen. Obwohl die Bagger und Kräne noch nicht in Aktion sind, hat das Baustellenerlebnisprogramm schon Fahrt aufgenommen.

Mit barocker Musik in Treppenhäusern begann am Samstag in Bad Karlshafen eine Veranstaltungsreihe, mit der man den Hafen auch während der Sanierung attraktiv machen will. In den kommenden zwei Jahren soll das Becken zur Weser hin wieder geöffnet werden.

„Einen besseren Auftakt hätte ich mir kaum vorstellen können“, sagte Karl-Erwin Franz, der die besondere Veranstaltung mit geschichtlichem Wissen rahmte. Den musikalischen Part übernahm Christian Schäfer mit Cembalomusik, welche von Dagmar Schindewolf an der Violine ergänzt wurde. So kam es, dass die fast 100 Besucher eine kleine Zeitreise unternahmen - die Ohren mit Musik und die Augen mit Architektur aus der Zeit von vor 300 Jahren verwöhnt wurden.

Auftakt des dreiteiligen Konzertes war im Rathaus, wo sich die Gäste im gesamten Treppenhaus auf Klappstühlen und Stufen verteilt hatten. „Als ich vergangenes Jahr mein Treppenhaus renovierte, kam mir die Idee dazu, denn diese Orte haben meist einen besonderen Klang“, bemerkte Schäfer, der im Ort nicht nur als Organist, sondern auch Antiquariatsbetreiber bekannt ist. Und so ertönte gleich zu Beginn Musik von Händel und Bach durch Karlshafens wohl berühmtestes Gebäude. Dieses sei bei seiner Entstehung nicht nur Pack- und Lagerhaus gewesen, sondern habe auch als landgräfliches Absteigequartier gedient, berichtete Franz, deshalb habe es dort nicht nur ein Lager, sondern etwa auch einen Saal zum Repräsentieren gegeben.

Von dort aus ging es ein paar hundert Meter weiter in die Conradistraße 2-4, dem Gebäude, wo Schäfer Hausherr ist. Dieses sei in der zweiten Bauphase von 1763 entstanden, der wirtschaftlichen Blütezeit Karlshafens, konnte man da über den barocken Prachtbau erfahren, welcher seinerzeit als Weinkeller, Essigkelterei und Posthalterei genutzt worden sei. Natürlich wurde auch hier im Treppenaufgang konzertiert, Musik vom Vorbarock bis zu seinem Höhepunkt geboten.

Direkt gegenüber, im sogenannten Zollhaus, endete die Veranstaltung. Auf dem robusten Originalboden des ebenfalls einst als Packhaus dienenden Gebäudes hatte der Musiker nun sein drittes Cembalo positioniert. Mit heiteren und melancholischen Klängen, flotten und getragenen Rhythmen aus der Barockzeit verabschiedete der Musiker die Gäste. „Der Kontrast der verschiedenen Gebäude hat mir sehr gut gefallen - und überhaupt in einem Treppenhaus zu musizieren, ist eine tolle Idee“, bemerkte Philipp Tilmann. Und auch Gerlinde Müller lobte den Start des Programms: „Von der Musik über die Architektur bis hin zum Wetter und dem Essen - es war insgesamt ein besonderes Erlebnis.“

Info: Weiterer Termin

Wer die Treppenhauskonzerte verpasst hat, wird am 23. September 2017 abermals Gelegenheit dazu haben. Auch dann werden Christian Schäfer und Dagmar Schindewolf an den ungewöhnlichen Orten konzertieren.

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