Damm verschwindet 

Hafenbaustelle in Bad Karlshafen nähert sich dem entscheidenden Punkt

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In die Tiefe: Was wie eine zugemauerte Brücke aussah, ist eigentlich ein Straßendamm mit Stützwänden und Wasserdurchlässen, der täglich etwas mehr schwindet. Rechts sind noch die Durchlässe und der alte Schleusenkanal zu sehen, links der alte Hafen. 

Bad Karlshafen. In wenigen Tagen wird der seit etwa 50 Jahren aufgeschüttete Straßendamm der Bundesstraße 80 in Bad Karlshafen verschwunden sein und der Blick wieder, wie über 200 Jahre zuvor, vom Hafen direkt auf die Weser fallen.

Der Autoverkehr macht einen großen Bogen um die Baustelle, dafür stehen täglich Scharen von Fußgängern am Bauzaun und verfolgen, wie das Superprojekt Hafenöffnung langsam Formen annimmt. 

Seit vergangenem Montag arbeitet sich ein Bagger mit schwerem Rammgerät sowie Schaufel durch den Beton und den Erdboden der Straße, noch eine weitere Woche wird er für die Arbeiten benötigen. Ganz bis in die benötigten sechs Meter Tiefe bis zum Boden der neuen Schleusenkammer und des alten Schleusenkanals wird er jedoch noch nicht vorstoßen können. Aus statischen Gründen wird dann zunächst bis Juli die neue Brücke gebaut, die den Straßendamm ersetzt und den Verkehr über den wieder hergestellten Kanal führt, erklärt Bauleiter Erwin Schmoll. Erst dann wird die Verbindung komplett geöffnet.

Tiefes Loch: 36 Betonbohrpfähle sichern die Brückenbaustelle, zahlreiche weitere stützen die Baugrube für die neue Schleuse.

Dann, so erläutert Stefanie Müller, beim Bauamt der Stadt verantwortlich für das Hafenprojekt und den städtebaulichen Denkmalschutz, wird der Hafen tatsächlich wieder diese Funktionn übernehmen können. Bis in die 1930er Jahre bestand hier eine Drehbrücke, die später durch einen Rahmendurchlass, also quasi eine feste Brücke, ersetzt wurde. Dieser wurde Ende der 1960er Jahre durch Betonmauern mit drei Überlaufrohren sowie Betondeclen und einen Erddamm dazwischen ersetzt.

Das zum größten Teil vom Bund finanzierte Projekt fordert von allen Beteiligten Höchstleistungen, um es rechtzeitig – wie vom Bund zwingend gefordert – zum Jahresende fertigzustellen. Es habe einige Verzögerungen gegeben, doch man habe auch einiges wieder aufholen können, berichtet Müller. Alle seien sehr motiviert und konzentriert bei der Arbeit.

Doch das Projekt geht schon in die nächste Phase: Gerade werden die Planungen für die Neugestaltung des Hafenplatzes ausgeschrieben und es werden weiter Anmeldungen für die neuen Bootsliegeplätze im Hafen angenommen. Zehn Anfragen gab es schon. Im November soll ein Probelauf mit Wasser im Hafen stattfinden, das dann aber für die Restarbeiten nochmals abgelassen wird. Im Frühjahr 2019 ist schließlich die offizielle Eröffnung oder vielmehr Wiedereröffnung des Hafens vorgesehen.

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