Hafenbecken gesäubert

Bad Karlshafen: Blick aufs Wasser wieder frei

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Freier Blick auf das Wasser.

Die Algen im Hafenbecken von Bad Karlshafen sind mit einem Baggerboot entfernt worden und die explosionsartige Vermehrung der Pflanzen wurde gestoppt.

Als Anfang Mai hochgedrückte Betonbrocken im Bad Karlshafener Schleusenkanal auftauchten, da musste der Betrieb in dem gerade erst geöffneten Hafen schon wieder eingestellt werden. Zwar wurden einige Tage später zur offiziellen Eröffnung noch Ehrengäste per Boot eingeschleust, aber dann war Schluss. Neun Wochen dauerte es, bis alle Löcher auf dem Schleusengrund gestopft waren und eine frische Betondecke eingebaut worden war.

In dieser Zeit wurde die Oberfläche des bei Sonnenschein blau schimmernden Hafenbeckens zu einem dichten grünen Teppich. Begünstigt durch teilweise extrem warme Temperaturen hatten sich Fadenalgen explosionsartig vermehrt. Auch von der Feuerwehr über Fontänen eingepumptes Frischwasser konnte das Wuchern nicht stoppen – bis Sonntag. Am Montag kam Klaus-Stephan Schunke aus Borgholzhausen bei Bielefeld.

Teichrestaurator entfernte die Algen

Schunke ist Teichrestaurator. Mit seinem Baggerboot schaffte er es, den Hafen von den Wasserpflanzen zu befreien. Und auch im Landgraf-Carl-Kanal ist die Wasseroberfläche wieder sichtbar. „Wir haben uns in den vergangenen Tagen an mehreren Stellen erkundigt, wie wir den Hafen wieder sauber kriegen“, sagt Bürgermeister Marcus Dittrich. Bei der Recherche im Internet sei das Bauamt schließlich auf Schunke gestoßen. 

Der Betrieb habe gute Referenzen und sei auch schon auf Gewässern von Landes- und Bundesgartenschauen aktiv gewesen. Schunke konnte kurzfristig einspringen und so wurde sein per Lkw transportiertes Spezialboot gleich am Montagmorgen zu Wasser gelassen. 

Bis in den Kanal hatten sich die Algen ausgebreitet: Auch die Wasserstraße hat Klaus-Stephan Schunke am Montag von den wuchernden Pflanzen befreit.

Zunächst schöpfte Schunke mit einem Frontlader, der an dem Teleskoparm seines Bootes befestigt ist, die Algen von der Wasseroberfläche ab. „Danach gehen wir dem Problem auf den Grund“ sagt Schunke. Das bedeutet, dass mit einem Rechen die noch am Grund stehenden Algenreste aus dem Sediment gekratzt werden. 

Mehr als zehn Kubikmeter Wasserpflanzen entfernt

Mehr als zehn Kubikmeter Fadenalgen holte der Gewässerrestaurator aus Hafen und Kanal. Das pflanzliche Material wurde anschließend per Bagger auf einen Container verladen und auf einer Deponie entsorgt. „Dass Algen wachsen, das ist ein natürlicher Prozess“, sagt Schunke. 

Wo das Nährstoff-angebot im Wasser groß ist und das Sonnenlicht bis auf den Boden dringt, da finden Fotosynthese und damit Pflanzenwachstum statt. Wegen der Bauarbeiten im Schleusenkanal fand auch kein Wasseraustausch durch Schleusungen statt. Der hätte das Algenwachstum bremsen können. 

Bürgermeister Dittrich geht davon aus, dass mit den ersten Schleusungen in dieser Woche das Problem wenn nicht dauerhaft gelöst, so doch eingegrenzt werden kann.

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