Zahlreiche Bürger kamen zur Versammlung 

Hafenöffnung in Bad Karlshafen: Baubeginn soll im Juli sein

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Soll bald wieder offen sein: Die Schleuse des Bad Karlshafener Hafenbeckens zum Weserfluss hin.

Bad Karlshafen. Am vergangenen Dienstag hat der Haupt- und Finanzausschuss mit großer Mehrheit die Weiterführung der Hafenöffnung empfohlen, am nächsten Dienstag wird das Stadtparlament darüber entscheiden.

Zwischen den Sitzungen der Gremien folgten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger am Donnerstag der Einladung zu einer Bürgerversammlung, um sich über den aktuellen Stand der Planungen informieren zu lassen und nachzufragen.

Erstmals konnten Ingenieure der Planungsbüros und Heribert Vortmann von der Hessen Agentur konkrete Details zu Bau und Aussehen der neuen Schleuse, zum Wassermanagement und zur Finanzierung vorstellen. Letzteres vorweg: mit gut 5,2 Millionen Euro bleibt die Kostenplanung rund 900.000 Euro unter dem Budget der Fördersumme und enthält somit einen gewissen Puffer für Mehrkosten. Vortmann bezeichnete die Planung als „qualitativ sehr hochwertig“, letztlich müssten aber die Angebote im Ausschreibungsverfahren abgewartet werden.

Neue Brücke nötig 

Benötigt werden für die Hafenöffnung eine neue Brücke über die B80 und eine gut sechs Meter breite und 28 Meter lange Schleusenkammer im Hafen, die eine Fallhöhe von vier Metern überwindet. Die Stahlbetonkonstruktion soll an die Optik der Hafenmauern angepasst werden. Zusätzlich wird es eine kleine Rohrleitungsbrücke und ein kleines Gebäude für Pumpwerk und Schleusenbetrieb geben. Außerdem wird die Fußgängerbrücke der Kurpromenade über den Schleusenkanal durch einen Neubau ersetzt.

Boote mit einer Länge von 12 Metern und bis zu sechs Metern Breite sowie 80 Zentimetern Tiefgang können die Schleuse bei einer Durchfahrtshöhe von 5,33 Metern unter der Brücke nutzen. Das Wassermanagement erlaubt 10 bis 17 Kreuzschleusungen pro Tag. 36 bis 48 Minuten wird ein solcher Vorgang, bei dem ein Boot ein- und ein zweites ausfährt, dauern.

Straff gesteckt ist der Zeitplan: da die Fördermittel bis Ende 2018 ausgeschöpft sein müssen, soll der Bau am 26. Juli 2017 begonnen werden und 18 Monate dauern. Die Weserstraße wird während des Brückenbaus fast immer einspurig befahrbar sein. Nachfragen aus der Bürgerversammlung bezogen sich auf den Betrieb der Schleuse und der Steganlagen – dazu sollen private Investoren und Betreiber gefunden werden. Das Risiko von Mehrkosten wurde ebenso angesprochen wie Alternativen zur Bauweise und Probleme mit der Befahrbarkeit bei Niedrigwasser.

„Kommen dann auch genug Boote um die Innenstadt zu beleben?“, ist weiterhin eine zentrale Frage, die jedoch erst beantwortet werden kann wenn die Schleuse zur Verfügung steht. Die Experten sind jedoch nach Gesprächen mit den umliegenden Yachtclubs sicher, dass die Nachfrage besteht. Die wirtschaftlichen Chancen der Hafenöffnung für die Stadt beschreibt zudem eine neue Studie der Uni Kassel: demnach könne das Projekt durch die Erschließung neuer touristischer Zielgruppen Impulsgeber für die Revitalisierung und Stadtentwicklung sein und private Investitionen anstoßen. Für den Fall der Nichtrealisierung beziffert die Studie Verluste in Millionenhöhe durch einen weiteren Rückgang des Tourismus aufgrund sinkender Attraktivität.

Die Planungsunterlagen und die Expertise der Uni Kassel können im Internet abgerufen werden: www.bad-karlshafen-tourismus.de.

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