Hafenöffnung: „Karlshafen kann nur gewinnen“

Noch grünt und blüht es im Hafenbecken von Bad Karlshafen: Doch schon bald soll die Anlage wieder mit Wasser gefüllt sein und später dann auch einen direkten Zugang zur Weser bekommen. Archivfotos: Löschner

Bad Karlshafen. Die Idee, den Hafen wieder zur Weser hin zu öffnen, kursiert schon seit längerer Zeit in Bad Karlshafen.

Doch richtigen Schub erhielt sie erst mit dem Besuch von Ministerpräsident Volker Bouffier vor zwei Jahren im Landtagswahlkampf. Damals versprach der Regierungschef die Hafenöffnung zur Chefsache zu machen.

„Jede Stadt, die am Wasser liegt, versucht, eine Verbindung zum Fluss herzustellen“, sagte Bouffier damals und versicherte: „Die Stadt kann dadurch nur gewinnen.“ Ein paar Tage später wurde die Initiative Bouffiers dann tatsächlich auch im Landeskabinett behandelt. Eva Kühne-Hörmann, heutige Justizministerin und damalige Chefin des Wissenschafts- und Kulturressorts, war mit dem Thema bereits vertraut. Auch sie hatte 2012 bei ihrem Besuch in der Kurstadt gesagt: „Die Wiederbelebung des Hafenbeckens in einer Stadt, die den Namen Karlshafen erhalten hat, ist zwingend.“

Land half mit 

Noch funktionsfähig: Das vor über 20 Jahren erneuerte Schleusentor zur Weser dient auch als Fußgänger- und Radfahrerbrücke. Im Hintergrund ist die Brücke der Weserstraße (B 80) zu erkennen. Unter ihr fließt das Wasser aus dem Hafen hindurch.

Seitdem war das Projekt beim Land Hessen gut aufgehoben. So halfen die zuständigen Landesministerien im Frühjahr dieses Jahres bei der Ausarbeitung des Förderantrages, der im Mai an das zuständige Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gesandt wurde. „Ohne die Unterstützung des Landes hätten wir das so schnell nicht hingekriegt“, sagt Bürgermeister Ullrich Otto. Zum Gelingen hätten auch die beiden Bundestagsabgeordneten Thomas Viesehon und Christian Haase (Beverungen) beigetragen.

Als Mitglied der zuständigen Expertenkommission habe sich sein Kollege Haase persönlich für die Bewilligung der der 5,5 Millionen Euro Bundesmittel eingesetzt, teilte Viesehon mit.

Im Bundesbauministerium geht man davon aus, dass die Reaktivierung der Schleuse Ausgangspunkt für die künftige städtebauliche und touristische Aufwertung der Stadt sein werde. Genau davon geht auch der Bürgermeister aus. „Dieses Projekt wird die Stadt aus touristischer Sicht nach vorne bringen“, ist Otto überzeugt. Er ist zuversichtlich, dass die Kommunalaufsicht beim Regierungspräsidium Kassel der Stadt die anteilige Investitionsumme genehmigen wird. Rund 600.000 Euro muss die Schutzschirmkommune selber tragen.

Auch beim Landkreis Kassel freut man sich über die Förderungszusage aus Berlin. „Das wird der historischen Bedeutung der Stadt gerecht“, sagt Kreispressesprecher Harald Kühlborn. Das sei eine gute Nachricht für die gesamte Region. „Die Stadt macht damit einen großen Schritt nach vorn“, so der Kreissprecher.

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