„In Hessen bin ich fast verhungert“

Wanderer Wolfgang Post war zu Coronazeiten auf dem Hugenottenpfad unterwegs

Wolfgang Post steht mit einem Rucksack auf dem Rücken am Hafen vor dem Rathaus in Bad Karlshafen
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Wanderer Wolfgang Post nach seiner Ankunft in Bad Karlshafen, dem Zielort des Hugenotten- und Waldenserpfades.

Am 4. Mai startete Post an der Grenze zur Schweiz auf den deutschen Abschnitt des Weges. Am Dienstag kam er in Bad Karlshafen an, dem Zielort der Route, die die Fluchtwege der Waldenser und Hugenotten aus Italien und Südfrankreich nachzeichnet.

Wolfgang Post ist ein echter Wandervogel, der bereits auf mehreren Kontinenten gewandert ist und besonders in Europa Pilger- und Weitwanderwege unter die Füße genommen hat. Dass seine Heimatstadt Herborn (Lahn-Dill-Kreis) am Hugenotten- und Waldenserpfad liegt, war für ihn jetzt Grund, diese europäische Kulturroute selbst einmal zu erkunden.

Dass es auf dem Hugenottenpfad aufgrund seines Verlaufes durch Natur und kleine Dörfer oft Schwierigkeiten mit der Versorgung und Unterkünften gibt, haben bereits einige der Langstreckenwanderer berichtet, die in Karlshafen angekommen sind. Für Wolfgang Post hatte das aufgrund der Corona-Maßnahmen nochmals eine andere Dimension. „In Hessen bin ich fast verhungert“, erzählt er mit Blick auf viele geschlossene Läden in kleinen Orten.

Von der Schweiz bis Bad Karlshafen gewandert: Viel Abwechslung und Gastfreundschaft

Meist war er auf Bäcker und Metzger angewiesen. Immer wieder erlebte er auch Gastfreundschaft bei Menschen, mit denen er unterwegs ins Gespräch kam. Mit Isomatte und Schlafsack ausgerüstet, verbrachte er mindestens jede zweite Nacht im Freien, oft in Schutzhütten, Scheunen oder Burgruinen.

Vom Sonnenunter- und Aufgang an der Friedenseiche schwärmt Post am meisten. Den durfte er noch bei schönem Wetter am Tag vor der Überschwemmung in Hombressen erleben. „Der Hugenottenpfad ist sehr abwechslungsreich“, bilanziert Post nach 1001 Kilometern auf der deutschen Wegstrecke.

In Nordhessen haben ihm – neben der Friedenseiche – vor allem Wolfhagen und das Wesertal gefallen. In Bad Karlshafen stand ein Besuch des Hugenottenmuseums an. Außerdem freut sich Post über eine Einladung der Touristinfo zur Fahrt mit dem Weserschiff „Hessen“, für Post ein „gelungener Abschluss der Wanderung“. Per Zug ging es dann heim nach Herborn.  

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