Bad Karlshafen denkt an Kredit für Hafenöffnung

Idealstadt: Die nach französischen Vorbild errichtete Stadt Bad Karlshafen hat einen Teil des Idealplans umgesetzt. Der Hafen ist aber seit etwa 80 Jahren von der Weser abgeschnitten. Nun wird überlegt, die Schleuse wieder in Betrieb zu nehmen. Archivfoto: Thiele

Bad Karlshafen. Obwohl die Stadt zum Sparen gezwungen ist, könnte es gelingen, das Projekt zur Wiederöffnung des Hafens zur Weser doch noch umzusetzen.

Die Stadt würde zur Finanzierung der fehlenden 600.000 Euro Eigenanteil einen Kredit aufnehmen.

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Seit im Juli bekannt wurde, dass die Stadt Bad Karlshafen vom Bund einen 90-prozentigen Zuschuss über 5,5 Millionen Euro bekommen soll zur Wiederinbetriebnahme der Hafenschleuse, liefen die Überlegungen in der Stadt auf Hochtouren, um den Eigenanteil trotz der Sparauflagen zu finanzieren.

Inzwischen gibt es den Vorschlag, die 600.000 Euro über einen über 30 Jahre abzuschreibenden Kredit zu finanzieren, wie der Erste Stadtrat Jost Riedel (FWG) auf Anfrage unserer Zeitung sagte. Der Anteil der Stadt am Gesamtvolumen betrage ja nur zehn Prozent und diesen Anteil werde die Stadt leisten müssen und auch können, sagte Riedel weiter: „Verteilt auf 30 Jahre können wir das stemmen“.

Das sehe auch der RP so, erläuterte der Erste Stadtrat. Eine Abschreibung über 30 Jahre sei im Rettungsschirmvertrag abgedeckt und man müsse dazu keine Steuern erhöhen, versicherte Riedel. Bei 20.000 Euro Tilgung plus 4000 Euro Zinsen komme man auf eine jährliche Belastung von 24.000 Euro, was ein überschaubarer Betrag sei.

Beim Regierungspräsidium Kassel als Aufsichtsbehörde sieht man in den Bad Karlshafener Finanzierungsplänen auch kein grundsätzliches Problem, wie RP-Pressesprecher Michael Conrad sagte. Wenn die Kreditkosten finanzierbar seien, erlaubten die Rettungsschirmbedingungen auch solche Kredite.

Die Bad Karlshafener Stadtverordneten sollen am 29. September einen Grundsatzbeschluss zur Hafenöffnung fassen, der Ausschuss am 22. September.

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