Karlshafen: 740.000 Euro für das rostende Thermendach

Arbeiten am Dach der Wesertherme während der Großreinigung im Jahr 2011. Archivfoto: Löschner

Bad Karlshafen. Geld hat die Stadt Bad Karlshafen eigentlich keines mehr zur Verfügung. Aber eine Gefährdung der Besucher der Wesertherme will sie ausschließen.

Deshalb haben die Stadtverordneten jetzt beschlossen, das riesige transparente Dach des Bades zu sanieren. Die Reparatur der maroden Konstruktion ist mit 740 000 Euro veranschlagt.

„Wir wollen das Dach jetzt sanieren, damit künftig keine Gefahren auftreten“, hatte Bürgermeister Ullrich Otto die Stadtverordneten am Dienstagabend auf die große Investition eingeschworen. Nach zehn Jahren des Betriebes sind Schienen, Schrauben und andere Metallteile, die die Dachhaut tragen, korrodiert. „Wir müssen jedes Risiko ausschließen“, sagte der Bürgermeister.

Doch weil die hoch verschuldete Stadt unter dem Rettungsschirm des Landes Hessen steht, kann sie solche Summen aus dem Haushalt, in dem im vergangenen Jahr eine Lücke von fast einer Million Euro klaffte, nicht finanzieren. Deshalb muss nun erst das Regierungspräsidium (RP) in Kassel grünes Licht zur Kreditermächtigung geben.

Dass das RP sein Veto einlegt, ist nicht zu erwarten. Denn die Therme ist die Attraktion der Stadt, die Jahr für Jahr mehr als 250 000 Besucher anzieht. Das Bad erwirtschaftet einen betriebswirtschaftlichen Gewinn und ist imstande, rund 300 000 Euro Pacht an die städtische Mutter zu zahlen.

Auf den Einwand des SPD-Stadtverordneten Vittorino del Favero, dass die Stadt immer wieder hohe Summen in das Bad stecken müsse, auf der anderen Seite aber Steuern erhöhe und Stellen im Bauhof streiche, entgegnete Heike Meinhardt (FWG), dass die Therme unbedingt instand gehalten werden müsse. Denn der Tourismus sei die Haupteinnahmequelle in der Stadt. „Wenn wir die Therme schließen, dann haben wir auch keinen Tourismus mehr“, so Meinhardt, „dann stirbt dieser Ort.“ (geh)

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