Bad Karlshafen: Kritik an Ottos Kommentaren zur AfD

Bad Karlshafen

Bad Karlshafen. Karl-Erwin Franz (SPD) kritisiert Aussagen von Bürgermeister Ullrich Otto zum Wahlausgang und sein Zögern beim Benennen der Probleme mit der Hafenöffnung.

Franz schreibt, dass ihm die „Widersprüchlichkeit und Fehlerhaftigkeit seiner Analysen“, die Otto in jedes hingehaltene Mikrofon gesprochen habe, die Zornesröte ins Gesicht trieb. Tenor seiner Aussagen sei gewesen, dass die Flüchtlinge es waren, die der AfD die Stimmen zufallen ließen. Den von der AfD initiierten Bürgerentscheid über die Hafenöffnung habe er mit keinem Wort erwähnt. Vielmehr seien einmal der Landkreis (gegenüber dem Hessenfernsehen bezüglich der Anmietung des Hotels Alt-Carlshafen als Flüchtlingsquartier) Schuld gewesen, gegenüber der Frankfurter Neuen Presse die Flüchtlingspolitik, gegenüber Focus Online „Ängste in der Bevölkerung“. Gegenüber der „Welt“ dagegen machten dem Bürgermeister die Flüchtlinge keine Sorgen, nachdem das „in den 90ern eine einzige kriminelle Bande“ gewesen sei.

Franz kritisiert, dass Otto den Bürgerentscheid nicht erwähne und weiterhin die Gegner der Hafenöffnung ausgrenze und sie in eine politische Richtung rücke, „die diese mit großer Mehrheit sicher nicht vertreten“. Franz: „Transparenz oder gar ein Lerneffekt aus dem knappen Ergebnis des Bürgerentscheids sieht anders aus.“

Der SPD-Politiker, der seit seiner Pensionierung wieder Zeit für die Politik hat, kritisiert, dass der Bürgermeister allen nach dem Munde rede, wie er gegenüber unserer Zeitung formulierte, und keine klaren Aussage zur Hafenöffnung und zu den im Raum stehenden Mehrkosten in Millionenhöhe mache. Franz will mit seinem Brief und im neuen Parlament eine breite Diskussion um das Hafenprojekt anstoßen, gibt er zu: „Die Hafenöffnung macht Sinn, wenn sie etwas für die Stadt bringt. Aber nicht um jeden Preis“.

Das sagt Bürgermeister Otto

Von unserer Zeitung auf den Offenen Brief angesprochen, sagte Ullrich Otto zu den kritisierten „widersprüchlichen Aussagen“, dass von den zitierten Zeitungen offensichtlich einseitig recherchiert wurde. Otto: „Vermutlich seriöse Pressevertreter haben sich mit ihrer Berichterstattung darauf eingeschossen, Bad Karlshafen, aber auch andere hessische Kommunen, in eine Ecke zu drängen, in die sie nicht gehören.“

Otto spricht von Sensationslust, wenn die 22,3 Prozent für die AfD aus dem Trendeergebnis von Sonntagabend auch dann noch in großen Lettern zitiert wurden, als das Endergebnis von 14 Prozent schon lange feststand. Der Autor Boris Rosenkranz habe in seinem Portal Uebermedien.de richtig erkannt, dass der Artikel der „Welt“ allein auf dem längst überholten Trendergebnis fußte.

Markus Stern als Geschäftsführer der Weserbergland GmbH habe dann auch an die Welt-Redaktion geschrieben und kritisiert, dass Bad Karlshafen in der Online-Version als AfD-Hochburg bezeichnet wurde. Mit keiner Silbe habe man die Erfolge der Bad Karlshafen GmbH mit der Therme als Zugpferd erwähnt.

Otto bezeichnet es als verwunderlich, dass Karl-Erwin Franz die Darstellung Bad Karlshafens in diesen einseitig recherchierten Artikeln auf die Person des Bürgermeisters bezieht „und so vorschnell in der Öffentlichkeit reagiert“. Für Otto wäre die Alternative gewesen, sich der offenen Konfrontation nicht zu stellen: „Die Leserbriefe dazu wären sicherlich interessant geworden.“

Es sei schade, sich mit persönlichen Vorwürfen profilieren zu müssen, sagt er mit Blick auf Karl-Erwin Franz und erklärt, dass dieser sich einmal Gedanken darüber machen solle, ob es nicht besser wäre, das persönliche Gespräch mit dem Bürgermeister zu suchen um das Imageproblem, das Bad Karlshafen durch die einseitige Berichterstattung erlitten habe, zu besprechen und Lösungen zu finden.

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